26 BLV-Masters holten 24 Medaillen / Drei Mal Gold für Peter Lessing
  11.04.2008 •     BLV


Clermont-Ferrand (17.-22.03.) - Clermont-Ferrand (17.-22.03.) - Die dritten Hallen-Weltmeisterschaften der Senioren mit Winterwurf- und Non-Stadia-Wettbewerben sind Geschichte: Im französischen Clermont-Ferrand, der Hauptstadt der Region Auvergne im Zentrum Frankreichs, wetteiferten bei den sechstägigen Titelkämpfen über 3600 Athletinnen und Athleten aus 65 Ländern um gute Leistungen, Medaillen und Titel.

Die deutsche Mannschaft war dieses Mal nur mit einem vergleichsweise kleinen Team vertreten, entpuppte sich aber wiederum als stärkste Nation. Gastgeber Frankreich stellte mit 1267 Aktiven nicht nur das größte Team, sondern gleichzeitig auch einen neuen Gastgeberrekord auf. Deutschland rangierte mit 383 Gemeldeten an zweiter Stelle (2004 in Sindelfingen 1212, 2006 in Linz 890 Aktive). So konnte man natürlich auch nicht die Medaillenmassen (471) von Linz erwarten.

Trotzdem erzielte Deutschland im Medaillenspiegel 255 Medaillen und lag damit vor Gastgeber Frankreich (192), Großbritannien/Nordirland (127), USA (91), Spanien (89) und Italien (72). 48 Länder konnten sich im Medaillenspiegel verewigen.

Das gleiche konnte man auch auf das badische Team übertragen. Von 31 gemeldeten BLV-Senioren waren 26 am Start. 2006 in Linz waren über 60 dabei. So konnte man auch nicht die glanzvolle Medaillenausbeute von vor zwei Jahren erwarten, als 28 Goldmedaillen (14 Einzel- und 14 Mannschaftssiege) nach Baden geholt wurden.

In diesem Jahr gab es sechs Mal Gold in den Einzelwettbewerben, zwei Staffel-Goldmedaillen und drei Goldmedaillen in den Mannschaftswettbewerben der Non-Stadia-Läufen. Insgesamt räumten die Athleten aus dem BLV 24 Medaillen in Frankreich ab.

Die sechs Einzel-Goldmedaillen teilten sich dieses Mal drei BLV-Masters. Das erste Gold für Baden holte der unverwüstliche Peter Lessing (LG Ortenau Nord) in der Klasse M65. Am ersten Tag beim Crosslauf ging es auf einem etwas weiter vom Jean-Pellez-Stadium gelegenen Sportgelände zwischen Industrieanlagen und einer Eisenbahnstrecke über einen Rundkurs von zwei Kilometer, der von allen Teilnehmern viermal durchlaufen werden musste. Peter Lessing setzte sich vom Start weg an die Spitze und gab es diese bis ins Ziel nach 31:21 min nicht mehr ab. Die Mannschaftswertung war ebenfalls eine Domäne der Deutschen und somit gab's für Peter gleich seine zweite Goldmedaille.

Im Jean-Pellez-Stadium, einer Halle die extra für die Leichtathletik gebaut wurde, ging es drei Tage später über die 3000m. Doch dieses Mal musste sich Peter Lessing einem stärkeren Gegner geschlagen geben. Der Australier Peter Sandery gewann in 10:39,33 min, Peter Lessing wurde in 10:46,12 min Vizemeister.

Am Schlusstag ging es dann noch über die Halbmarathondistanz. Schon bald nach dem Start war klar, dass keiner der M65-Konkurrenten dem Ortenauer folgen konnte. Nach 1:22:58 Std lief Peter Lessing erneut als Schnellster der M65-Wertung über die Ziellinie und sicherte sich damit eine weitere goldene Medaille. Darüber hinaus gab es für die deutsche Halbmarathon-Mannschaft hinter der französischen Equipe die Silbermedaille.

Zweimal Gold und einmal Silber in den Einzelwettbewerben gab es auch für seine Vereinskameradin Elfriede Hodapp. Die Medaillenkämpfe begannen für die über 70-Jährige mit dem Finallauf über 800m, wo sich immerhin noch vier Athletinnen dem Starter stellten. Elfriede musste sich in 3:19,53 min nur der US-Amerikanerin Jeanne Daprano (3:17,14) beugen. Am nächsten Tag standen die 3000m auf dem Programm und dieses Mal war keine der drei Konkurrentinnen der Ortenauerin gewachsen. In 13:58,91 min hatte sie im Ziel glatte 40 Sekunden Vorsprung.

Am Schlusstag glückte Elfriede dann auch die Revanche über die US-Amerikanerin. Auf der 1500m-Strecke konnte Elfriede zuerst in Führung gehen, wurde in der fünften Runde aber von der US-Läuferin überholt, die sich auch gleich etwa 15 m absetzte. In der letzten Runde kämpfte sich Elfriede Hodapp aber wieder heran und konnte im Schlussspurt nach 6:42,34 min die Reihenfolge umdrehen und mit knapp einer Sekunde Vorsprung ihre zweite Goldmedaille gewinnen.
Konkurrenzlos an den Start ging die älteste badische Teilnehmerin, Ruth Angelis von der MTG Mannheim., so dass ihre ersten Plätze über 1500m und 3000m der Frauen W80 von vornherein feststanden. Über 3000m benötigte die 1927 geborene Athletin 24:33,55 min, über 1500m 11:53,87 min.

Zwei BLV-Masters wurden zudem mit Staffel-Gold ausgezeichnet: Gerda Seibert (TSG Germania Dossenheim) lief mit den DLV-W65-Frauen in 2:26,39 min ebenso zum Sieg wie der an der verletzten Schulter bandagierte Arno Hamaekers (LAG Obere Murg) mit den DLV-M65-Männern in 1:50,99 min.
Bei den Mannschaftswettbewerben im Crosslauf gab es zudem noch Gold für Anja Falkenberg (SC Bruchhausen) im W35-Team. Ihre Vereinskameradin Elisabeth Henn kam mit der W50-Mannschaft des DLV auf den Bronze-Platz. In diesem Team wurde auch Erika Krüger (TSV Reichenbach) eingesetzt, die aus der AK W70 herunter gewertet wurde.

Einmal Silber und einmal Bronze gab es für Evi von Ow (TuS Höllstein). Beim Gewichtwurf der Seniorinnen W60 wurde sie für ihre 13,83 m mit der Vizemeisterschaft belohnt. Beim Hammerwurf landete sie mit 33,61 m auf dem dritten Platz. Vizemeisterin wurde auch Ellen Weller (MTG Mannheim), die beim Speerwurf W40 28,93 m erzielte. Mit der Bronzemedaille zufrieden geben musste sich dieses Mal Jana Müller-Schmidt (LG Ortenau Nord), die beim Kugelstoßen W40 auf 11,91 m kam. Hauchdünn geschlagen geben musste sich auch M45-Weitspringer Reiner Wenk (TV Wehr). Mit 6,59 m lag er nur einen Zentimeter hinter dem Sieger auf dem Silber-Platz.

Zweimal auf dem Bronzeplatz landete W65-Geherin Gisela Theunissen (TB Gaggenau). In der Halle ging sie die 3000m Bahngehen in 20:32,98 min. Am Schlusstag frühmorgens gab es dann auch im 10 km Straßengehen die Bronzemedaille in 1:07:15 Std. Geplant gewesen waren die Wettbewerbe im Straßengehen sowie einige Winterwurfwettkämpfe eigentlich schon für den Karfreitag, mussten aber wegen Sturm und Hagel auf den Samstag verschoben werden.

In den Mannschaftswertungen gab es für Gisela Theunissen zudem die Goldmedaille in der W65-Mannschaft. Ihre Vereinskameradin Gerda Frosch kam mit dem W40-Team des DLV auf den Silber-Rang. Jürgen Brügel (TV Bühlertal) erreichte mit der M40-Mannschaft (ebenfalls) den dritten Platz.
Überhaupt herrschten beim Winterwurf die meisten Tage über schlechte Wettkampfbedingungen mit Neuschnee, Wind und niedrigen Temperaturen, was den Athleten einiges abverlangte.
Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Leistung unserer ehemaligen Aktiven Bettina Schardt, die seit 2006 für den USC Mainz startet. Bei ihrer ersten Winterwurf-WM gewann die Jungseniorin in der Klasse W35 das Diskuswerfen mit 40,56 m und holte überraschend noch Bronze im Hammerwurf mit 39,90 m.

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Die 4. Hallenweltmeisterschaften der Leichtathletikmasters finden vom 1. bis 6. März 2010 im westkanadischen Kamloops statt. Das bestätigte die WMA in Clermont-Ferrand.

Alle Ergebnisse findet man im Internet unter clermont2008.athle.com/upload/ssites/001078/accueil.html