Ehre, wem Ehre gebührt - Das sind die Siegervereine des Wettbewerbs „Talentförderung im Sport“
Details zum Wettbewerb
Ausgezeichnet werden Vereine, die junge Menschen mit durchdachten und nachhaltigen Konzepten zum Leistungssport führen. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, Vereine auszuzeichnen, die mit innovativen Ansätzen die Grundlagen für Leistung in Verein und Gesellschaft legen und dabei stets die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ganzheitlich fördern. Besonderes Augenmerk liegt auf der Steigerung von Leistungsmotivation und Anstrengungsbereitschaft, mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche sportlich erfolgreich und gleichzeitig resilienter zu machen und damit eine wichtige Grundlage fürs Leben zu legen (die Notwendigkeit unterstreicht auch die jüngste Sportministerkonferenz sinngemäß).
Was gibt es zu gewinnen?
Bis zu zehn Vereine werden wir im Rahmen des Wettbewerbes mit einem Preisgeld von 3.000 € unterstützen.
Wie wird ausgewählt?
Die Jury legt bei der Bewertung verschiedene Auswahlkriterien zugrunde: Im Profil „Innovative Leistungssportentwicklung“ werden die bisherigen, sportlichen Erfolge sowie die innovativen und herausragenden Entwicklungen betrachtet.
Das sind die diesjährigen Gewinnervereine:
AC Germania Rohrbach
- Gründungsjahr: 1889
- Mitgliederzahl: 110: Davon 77 Jugendliche
- Sportart: Ringen
Was den Verein auszeichnet:
Der AC Germania 1889 Rohrbach steht für eine strukturierte, nachhaltige Nachwuchsförderung im Ringsport. Bereits ab sechs Jahren werden Kinder systematisch an den Leistungssport herangeführt – mit dem Ziel, Talente frühzeitig zu erkennen und langfristig bis in Landes- und Bundeskaderstrukturen zu entwickeln. Grundlage des Erfolgs ist ein qualifiziertes Trainerteam (A- und C-Lizenz), das eng mit dem Nordbadischen Ringerverband sowie den Olympiastützpunkten Heidelberg und Karlsruhe zusammenarbeitet. Moderne Methoden wie Videoanalyse und individuelle Leistungssteuerung sichern eine Förderung auf hohem Niveau.
Die Ergebnisse sprechen für sich: Die Athletinnen und Athleten des Vereins errangen Deutsche und Baden-Württembergische Meistertitel, internationale Erfolge sowie einen Europameistertitel im U17-Bereich. Die Schülermannschaft gewann die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft dreimal in Folge (2023, 2024, 2025).
Besonders bemerkenswert ist die Nachhaltigkeit: Rund 90 Prozent der leistungsorientierten Nachwuchssportler schaffen den Sprung in die Kaderstrukturen des Nordbadischen Ringerverbandes, viele davon bis in den Landes- oder Bundeskader.
SSV Kronau
- Gründungsjahr: 1926
- Mitgliederzahl: 218: Davon 57 Jugendliche
- Sportart: Sportschießen
Was den Verein auszeichnet:
Der SSV Kronau setzt seit einigen Jahren auf ein Konzept, das junge Nachwuchsschützen gezielt in den Bundesliga-Wettkampfbetrieb integriert – mit dem Ziel, ihnen Wettkampfhärte auf höchstem Niveau zu vermitteln und sie auf internationale Aufgaben vorzubereiten. Der Verein ist derzeit mit je einer Mannschaft in den drei höchsten Ligen vertreten. Durch die kontinuierliche Ergänzung mit talentierten Nachwuchssportlern gelang es, viermal in Folge das Bundesligafinale zu erreichen. 2026 krönte die 1.-Bundesliga-Mannschaft diese Serie mit dem Vizemeistertitel beim Finale in Rothenburg an der Fulda (21.–22. Februar).
Das gleiche Konzept wird auch in der 2. Bundesliga und der Oberliga des SSV Kronau angewendet.
Als besonderes Highlight wurde Nele Stark, Mitglied der Vizemeistermannschaft, am 8. Mai 2026 bei der EM in Osijek Europameisterin in der Disziplin KK 3×20 – mit einem neuen Finalweltrekord. Zuvor hatte sie beim Weltcup in Granada bereits Platz zwei in derselben Disziplin belegt.
SG Hemsbach, TV Hemsbach und TG Laudenbach mit der Leichtathletik- Gemeinschaft Badische Bergstraße
- Gründungsjahr: 1912 (SG) + 2018 (LGBB)
- Mitgliederzahl: 1287 (SG) + ca. 100 (LGBB): Davon 634 Jugendliche (SG) + ca. 95 Jugendliche (LGBB)
- Sportart: Leichtathletik
Was den Verein auszeichnet:
Die Leichtathletik-Gemeinschaft Badische Bergstraße (LGBB) zeigt eindrucksvoll, wie eine Sportart von Grund auf neu aufgebaut werden kann. 2017 mit 8 Kindern gestartet, trainieren heute über 100 Kinder und Jugendliche in 7 Gruppen – von spielerischer Grundlagenarbeit ab 6 Jahren bis zu Athletinnen und Athleten mit Erfolgen auf Landes- und Bundesebene.
Getragen von drei Vereinen (SG Hemsbach, TV Hemsbach, TG Laudenbach) setzt die LGBB auf enge Kooperationen mit Schulen und Gemeinden – ein vereinsübergreifendes Modell mit Vorbildcharakter.
Das pädagogische Konzept priorisiert breite Entwicklung statt früher Spezialisierung, orientiert sich an individuellen Bedürfnissen und fördert durch Mannschaften und Staffeln starken Zusammenhalt sowie Resilienz. Ältere Jugendliche werden aktiv in die Vereinsarbeit eingebunden.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Vereinbarkeit von Sport, Schule und Alltag: kurze Wege, fahrradfreundliche Trainingszeiten und ein vertretbarer Zeitaufwand. Gleichzeitig bestehen über den Badischen Leichtathletik-Verband, Leichtathletik Baden-Württemberg und den Olympiastützpunkt Rhein-Neckar alle Voraussetzungen für den Leistungssport.
Die LGBB entwickelt sich kontinuierlich weiter: Ostercamps, Trainingslager, Medienpräsenz und selbst realisierte Infrastrukturprojekte (Geräteraum, Kraft- und Fitnessraum, Diskuswurfring) zeugen von hoher Eigeninitiative. Für 2026/27 ist der Bau einer Bewegungs-, Sprint- und Sprunghalle geplant.
Schwimmklub Neptun Leimen
- Gründungsjahr: 1919
- Mitgliederzahl: 650: Davon 325 Jugendliche
- Sportart: Schwimmen
Was den Verein auszeichnet:
Dieser Schwimmverein zeichnet sich durch einen ganzheitlichen Ansatz aus, der leistungsorientiertes Training mit Persönlichkeitsentwicklung, sozialer Kompetenz und Verantwortungsbewusstsein verbindet.
Das Ausbildungskonzept ist durchgängig – vom Anfängerschwimmen bis zum Leistungssport – und bringt regelmäßig Erfolge auf Landes-, süddeutscher und nationaler Ebene hervor. Getragen wird dies von rund 30 ehrenamtlichen Trainern und Helfern, ergänzt durch ein generationsübergreifendes Trainerteam, das gezielt Nachwuchs aus den eigenen Reihen qualifiziert.
Besondere Stärke zeigt der Verein im Gemeinschaftsaufbau: Ein Patenschaftssystem, vielfältige außersportliche Aktivitäten und bewusst geschaffene Begegnungsräume fördern Teamgeist und Vereinsidentifikation – auch in einer klassischen Einzelsportart.
Darüber hinaus übernimmt der Verein gesellschaftliche Verantwortung in der Region: durch Schwimmkurse, Ferienprogramme, Kooperationen mit Schulen und Vereinen sowie Rettungsschwimmerdienste – ein wichtiger Beitrag zur Schwimmausbildung und Wassersicherheit vor Ort.
TV Bammental
- Gründungsjahr: 1890
- Mitgliederzahl: 903: Davon 434 Jugendliche // 36 im Wettkampfturnen
- Sportart: Turnen
Was den Verein auszeichnet:
Dieser Turnverein verbindet leistungsorientiertes Training mit ganzheitlicher Förderung: Mentaltraining, persönliche Entwicklung und Teamgeist sind fester Bestandteil des Konzepts – die individuellen Fortschritte jeder Turnerin stehen dabei stets im Mittelpunkt.
Besonders hervorzuheben ist das außergewöhnliche Engagement: Ferientraining, Outdoor-Einheiten, Zusatztrainings und individuelle Alternativprogramme bei Verletzungen sorgen für eine kontinuierliche, vielseitige Förderung. Gemeinsame Übernachtungen in der Turnhalle stärken zusätzlich den Zusammenhalt.
Die Nachwuchsarbeit ist nachhaltig ausgerichtet: Eigene Turnerinnen werden gezielt zu Kampfrichterinnen und Trainerinnen ausgebildet, neue Talente aus den allgemeinen Vereinsgruppen systematisch in den Leistungsbereich integriert. Lizenzierte Trainerinnen, regelmäßige Fortbildungen und eine sorgfältige Trainingsorganisation sichern dabei eine hohe Qualität.
Sportlich spiegeln sich diese Bemühungen in zahlreichen Wettkampferfolgen 2025 wider. Was den Verein darüber hinaus auszeichnet, ist ein bemerkenswerter Teamgeist: Die Turnerinnen unterstützen und motivieren sich gegenseitig – altersübergreifend und unabhängig vom individuellen Leistungsniveau.
Mannheimer Volleyball Club
- Gründungsjahr: 2001
- Mitgliederzahl: 366: Davon 151 Jugendliche
- Sportart: Volleyball
Was den Verein auszeichnet:
Dieser Verein zeichnet sich durch ein durchdachtes Talentförderkonzept aus – bemerkenswert auch deshalb, weil es trotz erheblicher Einschränkungen durch weggefallene Hallenkapazitäten und begrenzte Trainingsmöglichkeiten konsequent umgesetzt wird.
Im Kern steht eine individuelle Förderung in kleinen Gruppen: Regelmäßige Talenttrainings mit gezielter technischer, taktischer und persönlicher Betreuung ermöglichen eine gezielte Leistungsentwicklung. Besonders leistungsstarke Jugendliche werden frühzeitig in höhere Altersklassen und Ligamannschaften integriert, um sie schrittweise an den Wettkampfsport heranzuführen.
Der Ansatz ist dabei ganzheitlich: Neben der sportlichen Ausbildung gehören Entwicklungsgespräche, Mentoring sowie Bildungsangebote zu Ernährung und mentaler Stärke zum festen Programm – Persönlichkeitsentwicklung und Leistungssport gehen hier Hand in Hand.
Ein besonderes Merkmal ist der gesellschaftliche Anspruch des Vereins: Kinder und Jugendliche unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft werden gleichberechtigt gefördert – sportliches Talent soll unabhängig von den individuellen Ausgangsbedingungen zur Entfaltung kommen.