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Nordic Walking

Nordic Walking ist eine Trainingsvariante, die sich inzwischen weltweit durchgesetzt hat. Volker Rose stellt diese Sportart hier vor:

Bereits 1992 wurde in der amerikanischen Fachliteratur über Pole - Walking (Pole = Skistock) publiziert. Darunter verstand man Walking mit modifizierten Skistöcken zur Unterstützung der typischen Walking - Armbewegung. Vereinzelt wurde bei uns auch das Stick - Walking (Stick = Stock, Stab) propagiert. Inzwischen hat sich das Nordic Walking mit speziell entwickelten Stöcken etabliert, die sich durch folgende Eigenschaften auszeichnen: hohe Stabilität, gute Dämpfung, extrem geringes Gewicht, ergonomische Handschlaufen und Stockspitzen fürs Gelände bzw.Pads für Asphalt.

Durch den Einsatz der Stöcke kann ein wirkungsvolles Ganzkörper - Training durchgeführt werden. Zusätzlich zum Fortbewegungsapparat werden die Muskelgruppen des Schultergürtels, des Nackens, der Brust und des Rückens sowie die Muskulatur der Arme und Hände trainiert. Mit Nordic Walking wird somit ein höherer Trainingseffekt erzielt, als beim klassischen Walkingtraining.

Der Armeinsatz -beim klassischen Walking oft sträflich vernachlässigt- wird durch die Stöcke quasi erzwungen. Der rechte Stock hat dann Bodenberührung wenn die linke Ferse aufsetzt und umgekehrt. Die Bewegung ähnelt dann dem Diagonalschritt im Skilanglauf.

Für das Training auf befestigten Wegen erhalten die Stockspitzen sog. Pads (Gummifüße), die rutschfest sind und zusätzlich dämpfen. Im Gelände werden diese abgenommen und geben eine Hartmetallspitze frei. Damit ist auf fast allen Oberflächen (auch bei Schnee) ein sicheres Fortkommen möglich.

Am oberen Ende der Stöcke befinden sich handschuhähnliche Schlaufen, die es ermöglichen, über einen langen Zeitraum die Stöcke gut zu führen, auch wenn die Hände im Bewegungsablauf geöffnet werden. Damit wird eine Verkrampfung der Hand-, Arm- und Schultermuskulatur vermieden.

Durch die Stöcke tritt ein zusätzlicher positiver Effekt auf: Die Gelenke der unteren Extremitäten werden etwas entlastet, da ein Teil des Körpergewichtes über die Stöcke abgefangen wird. Hierdurch ist es möglich, diese Art des Walkens auch im Bereich der Rehabilitation z.B. bei Knieproblemen einzusetzen. Andererseits ist Nordic Walking auch für Sportler geeignet, denen das Laufen/Joggen zu anstrengend ist, das klassische Walking aber evtl. nicht genügend körperliche Belastung bietet. Doch auch für den Läufer ist Nordic Walking eine gute Alternative: entweder bei Verletzungen der Gelenke oder um Abwechslung ins Training zu bringen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass mit Nordic Walking ein höherer Trainingsreiz und Kalorienverbrauch möglich ist als beim klassischen Walken, es steigert die körperliche Belastung, stärkt zusätzlich Schulter-, Brust- und Armmuskulatur, schont und entlastet Gelenke der unteren Extremitäten, auch bei übergewichtigen Personen und verbessert die allgemeine Fitness. Und schließlich kann man mit den Stöcken auch schöne Stretching- und Kräftigungsübungen praktizieren. Soweit die Vorstellung von Nordic Walking.

Wer sich mit Nordic Walking beschäftigen möchte, und daran kommt kein Walkingtreff vorbei, braucht eine gute Ausbildung in Theorie und Praxis. Für eine qualifizierte Ausbildung zum Nordic Walking Betreuer und -Leiter bietet der BLV verschiedene Seminare an.

Ergänzend zu den Ausbildungen an den Sportschulen bietet der BLV auch dezentrale Fortbildungen in den Vereinen an. Die Vor-Ort-Organisation dafür übernimmt der örtliche Verein oder TREFF. Wer sich für solch eine Veranstaltung interessiert, setzt sich bitte mit dem BLV in Verbindung.

Wer nach der Ausbildung ins Nordic Walking einsteigen möchte, benötigt dazu spezielle Stöcke. Die Kosten liegen in der gleichen Höhe wie für ein Paar Lauf- oder Walkingschuhe (30 - 100 €/Paar) und sind im Sportfachhandel erhältlich. Für die Ausbildungsseminare werden die Stöcke leihweise zur Verfügung gestellt.

- Günther Hofacker, BLV -

 
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