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Freitag 17. Juni 2016  ::  08:59
ARGE BW

Baden-Württembergische Seniorenmeisterschaften in Essingen 2016

Von:Ottmar Heiler

Medaillen in Hülle und Fülle brachten die badischen Seniorinnen und Senioren von den Baden-Württembergischen Titelkämpfen, die in Essingen (Ostalbkreis) ausgetragen wurden, mit nach Hause. Zu Meistertiteln und Spitzenleistungen reichten es den wettkampferprobten Topathleten aus den verschiedenen Klassen, die seit vielen Jahren national und international an den Start gehen. Wie schon so oft in diesem Jahr störte der Regen den Ablauf der Wettkämpfe, wobei der erste Tag von heftigen Güssen glücklicherweise verschont blieb.

Jutta Aufderheide auf den letzten Metern über 400 m.
Felix Mohr, der „Glückliche“ im Kugelstoßen, links sein Dauerkontrahent Franz Didio vom ESV Weil.
Simon Hoenen ließ den Männerspeer am weitesten segeln.
Siegreich über 100m: Diethart Reichardt (M70) & Klaus Riesenacker (M75) (beide LAG Obere Murg)

Dankbar war man den Organisatoren aus Essingen, die kurzfristig die Veranstaltung übernommen hatten, nachdem sich beim WLV monatelang kein Ausrichter finden konnte. Die vielen Kampfrichter und Helfer aus der Region sorgten für einen ordnungsgemäßen Verlauf bei dieser angesichts der vielen Disziplinen und Klassen sehr aufwendigen Veranstaltung. Leider gab es durch zu spät abgegebene Stellplatzkarten und dem damit verbundenen Ausschluss aus der Meisterschaftswertung sowie durch Disqualifikationen wegen zu frühem Verlassen der Wettkampfstätten einige Proteste. Angesichts der zum Teil beträchtlich langen Anfahrtswege (bis über 300 km) und den Verkehrsstörungen auf den Straßen kam der eine oder andere Starter zu spät und verfügte (noch) nicht über die Routine oder die technischen Mittel, mittels Mobiltelefon sein Zuspätkommen anzuzeigen. Andererseits sind manche ältere Teilnehmer offensichtlich mit den aktuellen Praktiken am Wettkampfort wie Abgabe von Stellplatzkarten, Abmelden bei Wettkämpfen etc. überfordert. Hier sollte eine bessere Aufklärung im Vorfeld und am Wettkampfort sowie auch ein praktikables Entgegenkommen in Problemfällen überdacht werden, auch wenn das Regelwerk ein genaues Vorgehen vorschreibt.

Im Mittelpunkt an beiden Tagen standen wie schon so oft die Läufe, bei denen von 80 m (Hürden) bis 5000 m fast das ganze olympische Programm angeboten wurde. Für ein Glanzlicht sorgte einmal mehr Peter Lessing von der LG Ortenau Nord. Er verbesserte in der M75 den Badischen Seniorenrekord über 1500 m auf 6:03,74 min und gewann darüber hinaus auch das Rennen seiner Altersklasse über 5000 m.

Bei  wechselnden Witterungsbedingungen konnten insbesondere die Techniker am ersten Tag auf sich aufmerksam machen. In der Klasse M30 (30 – 34 Jahre) vermochte der Lenzkircher Speerwerfer Simon Hoenen in seiner Spezialdisziplin einige sehr gute Würfe auf den Rasen zaubern. Sein bester Versuch wurde mit 56,08 m gemessen. Damit hatte er gut einen Meter Vorsprung auf seinen schärfsten Konkurrenten, dem Lahrer Zehnkämpfer Mathias Laube, der seit geraumer Zeit für das Mehrkampfteam von der LG Neckar Enz  startet. Im darauffolgenden Kugelstoßen konnte er an seine guten Auftaktleistungen anknüpfen und mit 11,84 m hinter Laube, der auch den Weitsprung dominierte, mit Silber weiteres Edelmetall einheimsen. Christian Staud (USC Heidelberg) schaffte in dieser Klasse das Double über 100 m mit 11,74 sek und 200 m mit 23,93 sek. Manuel Arnegger aus der LG Breisgau wurde Sieger im Hochsprung mit 1,80 m und im Hürdenlauf mit 16,54 sek. In dieser anspruchsvollen Strecke blieben ihm Dr. Björn Wind vom TUS Lörrach-Stetten mit 16,67 sek und Dr. Björn Maier (SR Yburg Steinbach) mit 16,96 sek dicht auf den Fersen. In der M40 verdiente sich Jens Kresalek vom PTSV Konstanz mit 12,27 m im Kugelstoßen und 53,81 m im Speerwerfen doppeltes Gold. Silber blieb ihm „stellplatzgeschädigt“ im Diskuswerfen versagt. In der M45 deutete Thomas Keßler von der SG Walldorf Astoria seine Schnelligkeitsfähigkeiten mit dem Doppelsieg von 11,54 sek und 23,69 sek über die kurzen Sprintstrecken an. Wolfgang Scheffler vom LC Breisgau gelang dieses Unterfangen in der nicht seltenen Kombination von 1,72 m im Hochsprung und 18,57 sek über die 10 Hürden. Dr. Berthold Wörner von der LG Baar beschränkte sich in der M 45 auf die 1500 m Distanz. Nach einem gut eingeteilten Rennen, das durch die Läufer der verschiedenen Altersklassen recht unübersichtlich war, erreichte er nach 4:51,66 min das Ziel als Erster und konnte damit auf dem Podest die begehrte goldene Plakette in Empfang nehmen.

Bei der M50 ließ Leif Timmermann von der MTG Mannheim den 700 g schweren Speer auf ansehnliche 51,74 m segeln. In der nächsthöheren Klasse war Rolf Heinzmann von der SG Waldorf Astoria mit der 1,5 kg Scheibe bei 43,37m deutlich überlegen. Absolute Weltklasse in diesem Altersbereich der M65 verkörperte Hansruedi Stäheli von der LG Radolfzell. Das Schweizer Kraftbündel mit hochprozentigem technischem Können bugsierte die Kugel auf 14,32 m und ließ die Diskusscheibe erst nach 48,10 m den Boden touchieren. Sein Teamkollege Felix Mohr kopierte seine Plätze in der M70 mit 12,67 m bzw. 40,35 m.   

Bei den Damen der W40 startete die Senioren-Weltmeisterin Bettina Schardt von der MTG Mannheim in ihrer Spezialdisziplin, dem Diskuswerfen, und brachte weiteres Gold nach 43,71 m mit nach Hause. Gleich vier Titel schnappte sich in der W45 Ulli Bank vom SV Waldkirch. Nach 14,68 sek über 80 m Hürden und 4,40 m im Weitsprung war keine Konkurrentin ihrem Antritt über 100 m (14,13 sek) und 200 m (28,86 sek) gewachsen.

Die klassische Doppelpackung Kugel und Diskus gefiel auch in der W50 Dr. Ellen Weller von der MTG Mannheim mit ihren Titeln bei 12,65 m und 31,99 m sowie Elke Herzig vom HSV Hockenheim in der W60 mit 9,74 m und 28,49 m. Jutta Aufderheide vom TV Villingen nahm sich gleich drei anstrengende Lang- und Kurzsprints am ersten Tag vor. Über 80 m Hürden konnte sie ihre Vorjahresbestzeit trotz Gegenwind klar unterbieten und kam auf 15,90 sek. Über 300 m Hürden ließ sie sich 1:01,07 min in die Listen eintragen. Am Abend brach sie über 400 m gegen Ende bei diesem Kraftakt etwas ein und erreichte 1:24,32 min. Bei allen drei Wettbewerben hatte sie keine Gegnerin. In den ersten beiden Disziplinen bekam sie als Meisterin die Goldmedaille umgehängt. Dies ist vorgesehen, wenn in einem konkurrenzlosen Wettbewerb die hochgesteckte Norm für die Deutschen Seniorenmeisterschaften unterboten wird. Elfriede Ganter vom LT Unterkirnach kam über 400 m der W60 nach 1:24,18 min ebenso konkurrenzlos ins Ziel und war deutlich besser als die geforderte Norm es vorschreibt. Über 1500 m hatte sie bereits zuvor im gut besetzten Rennen den Titel in sehr guten 5:56,45 min eingefahren. Das klassische Sprintdouble von Gisela Pletschen (SV Kirchzarten) in der W60 mit 15,17 sek und 32,23 sek ergänzte sie mit dem Weitsprungsieg bei 3,92 m.  
Die Ergebnisse, auch die von den Hammerwurfwettbewerben, die eine Woche zuvor in Waiblingen ausgetragen wurden, finden sich auf LADV. Eine äußerst umfangreiche Bildersammlung ist der Homepage des LC Essingen (www.lac-essingen.de) zu entnehmen.


 
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