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Montag 10. November 2014  ::  16:19
BLV

Rolf Luxemburger erhält den südbadischen Sportpreis

Der 80-jährige Trainer und Physiotherapeut denkt noch nicht ans Aufhören

„Nun sind es nur noch 20 Jahre bis zum 100.Geburtstag“

BLV-Präsident und Rolf Luxemburger (Bild: Winfried Stinn)

Badens berühmte Trainerlegende Rolf Luxemburger, der kürzlich seinen 80. Geburtstag feierte, wurde in Freiburg mit dem erstmals vergebenen südbadischen Sportpreis ausgezeichnet. Als Trainer und Physiotherapeut war er seit 1968 bei acht olympischen Spielen sowie unzähligen Welt- und Europameisterschaften dabei. Luxemburger betreute Geher, Läufer, Triathleten und Mountainbiker.

Die Ehrung, die an die Bambiverleihung fürs Lebenswerk erinnert, fand im Rahmen der traditionellen Sportlerehrung, die durch das Regierungspräsidium Freiburg, dem Badischen Sportbund Freiburg (BSB) und dem Olympiastützpunkt Freiburg durchgeführt wurde, statt. Dabei wurden rund 70 südbadische Sportler/innen, die Deutsche Meistertitel und/oder Medaillen bei Welt-und Europameisterschaften errungen haben, für ihre Leistungen gewürdigt. 

Die Laudatio für Rolf Luxemburger hielt sein derzeit erfolgreichster Schützling  Moritz Milatz. Im Vorjahr wurde Milatz Mountainbike Europameister, in diesem Jahr gewann er mit der Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft Silber. Fünf Deutsche Meisterschaften ergänzen die Erfolgsbilanz des Duos Milatz-Luxemburger, die nun schon seit 16 Jahren erfolgreich zusammen arbeiten. In seiner mit Humor und persönlichen Erlebnissen gespickten Rede, führte Milatz die wichtigsten privaten, beruflichen und sportlichen Stationen seines Trainers auf. „An meinen Erfolgen hat Rolf großen Anteil. Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre von seiner Erfahrung profitieren kann. Er ist nicht nur mein Trainer, er ist auch mein Freund. Und er hat, wie Geher Olympiasieger Hartwig Gauder mal sagte, als Masseur „Goldene Hände“. Nach meinen Stürzen hat er mich immer wieder zusammengeflickt und mich für die nächsten Rennen fit gemacht.“ 

Ebenfalls anerkennende Worte fanden der Präsident des BSB Gundolf Fleischer, die Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer und der Leiter des Olympiastützpunktes Hans-Ulrich Wiedmann.  
Der Präsident des Badischen Leichtathletik-Verbandes Phillip Krämer: „Eine verdiente Auszeichnung für einen Mann, dem zahlreiche Sportlerinnen und Sportler der verschiedensten Sportarten ihre Erfolgskarrieren mit verdanken. Natürlich denke ich als Vertreter der Leichtathletik da in erster Linie an die erfolgreichen Geher unseres Landes. Allein die Tatsache, dass Rolf mit seinen Athletinnen und Athleten bei acht Olympischen Spielen und zahlreichen Welt- und Europameisterschaften dabei war, belegt wie wichtig er für den deutschen Sport war und ist.“

Rolf Luxemburger wurde in Saarlouis/Saarland geboren und wuchs in Hinterzarten auf. Hier besuchte er auch die Schule. 1960, nachdem er zuvor in Boppard eine Ausbildung als Physiotherapeut absolviert hatte, zog er mit seiner Frau nach Bad Krozingen und eröffnete dort eine Massage-Praxis. Seine ersten Erfolge als Trainer feierte er mit den Geherinnen vom PTSV Jahn Freiburg, u.a. wurde Monika Glöckner 1980 die erste Deutsche Gehermeisterin. Zu den erfolgreichsten Athleten, die er in seiner Trainer- und Physiotherapeuten-Karriere  betreut hat, gehören u.a. die Geher Bernd Kannenberg (1972 Olympiasieger im 50 km Straßengehen), Alfons Schwarz (25 facher Deutscher Meister) und der dreifache Olympia- und fünffache Weltmeisterschaftsteilnehmer Robert Ihly. Ihly trainierte er mehr als zehn Jahre und führte ihn zunächst zur deutschen- und dann zur Weltspitze. Dreizehn Deutsche Meisterschaften, drei Olympia- und fünf Weltmeisterschaftsteilnehmen (zweimal Platz sechs) erkämpfte sich Ihly. „Ohne Rolf hätte ich all diese Erfolge nicht erreicht. Er hat viel Zeit, Kraft und Geld investiert. Ihm habe ich viel zu verdanken“, so Ihly. Überhaupt waren es die Geherinnen und Geher, die es Luxemburger angetan hatten. „Das Gehen hat mich schon immer fasziniert, denn das Gehen ist eine Sportart, die vom Trainer nicht nur die Stoppuhr, sondern auch ein gutes Auge verlangt. Der Kontakt zu Gehern ist noch intensiver, du arbeitest viel enger mit ihnen zusammen, du fährst beim Training mit dem Rad nebenher um die Technik genau zu kontrollieren, du musst ihn oder sie ständig kontrollieren.“

Beim PTSV Jahn Freiburg betreute er in den achtziger und neunziger Jahren die erfolgreiche Läufergruppe um den Marathon-Europameisterschaftsdritten Herbert Steffny, Guido Dold und Markus Keller. In den vergangenen Jahren gehörten, neben Moritz Milatz u.a. die regionalen Spitzenläufer wie Markus Jenne, Max Frei, Ulrich Benz und der Triathlet Andi Böcherer zu seinen Schützlingen. Ins Schwärmen kommt der mehrfache Freiburg-Marathon-Sieger Max Frei, wenn er auf Rolf Luxemburger angesprochen wird. „Rolf ist absolut zuverlässig, der seinen  Sportlern in jeder - auch weit über den Sport hinausgehenden - Lebenslage hilft, mit viel Lebenserfahrung berät und fördert. Absolut bewundernswert ist dabei die Konstanz, mit der er den Sport seit 30-40-50 Jahren zu seinem Lebensmittelpunkt gemacht hat und diesen bis heute täglich fördert und unterstützt. Sein geschultes Auge fokussiert nicht nur Zeiten und Zahlen, es gelingt ihm auch das Drumherum, die Lebens-, Gesundheits- und  Belastungssituation seiner Sportler mit in ein ausgewogenes Training einzubauen.“ „Athleten und Trainer müssen eine Einheit sein“, so begründet Luxemburger das Geheimnis seines Erfolgs. „Ich versuche mich immer in den Athleten hinein zu versetzen, ich gehe auf ihn ein und gebe ihm möglichst viele Freiräume. Ich schreibe auch keine Trainingspläne für den Athleten, sondern mit dem Athleten“, so Luxemburger.
Probleme mit dem Älterwerden habe er nicht. „Ich habe eine positive Lebenseinstellung, dazu gehört das Älterwerden. Deshalb hat die  Zahl 80 für mich keine Bedeutung. Außer, dass es jetzt noch nur 20 Jahre bis zu meinen 100. Geburtstag sind“, stellt Luxemburger schmunzelnd fest. „Und meine Athleten werde ich weiterhin betreuen“.

(Winfried Stinn)


 
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