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Montag 07. Juli 2014  ::  10:56
BLV

Leichtathletik der Extraklasse bei Mannheimer Bauhaus-Junioren-Gala

Hannah Mergenthaler (MTG Mannheim), Foto: Keinert
Jonas Hanssen (SC Myhl) läuft die 400m Hürden in 50,68sek (Foto: Keinert)
Patrick Domogala (MTG Mannheim), Foto: Keinert
MTG-Sprinterin Nadine Gonska (Foto: Keinert)
Franziska Hofmann sprintet zur EM-Norm (Foto: Keinert)
BLV-Vizepräsident Spitzensport Michael Manke-Reimers im Gespräch mit Sprinter Kosenkow
Ehrung der badischen Teilnehmer bei der Team-EM

Auch in diesem Jahr wurde bei der Bauhaus Juniorengala in Mannheim wieder Nachwuchsleichtathletik der Superlative geboten. Im neu benannten Michael Hoffmann Stadion kämpften über 500 Junioren aus mittlerweile 20 Nationen weltweit um gute Zeiten, Weiten und Höhen sowie die Tickets für die U20 Weltmeisterschaften Ende Juli in Eugene/USA.

Als besonderes Bonbon für die Zuschauer präsentierte sich 2014 auch wieder die Spitze der Deutschen Sprinter, welche die Gala als Formtest für die anstehenden Deutschen Meisterschaften in Ulm nutzten.

Die Gala wurde durch einen echten Kracher im 110m Hürden Wettbewerb der U20 Männer eröffnet. Am Start Europarekordhalter Wilhelm Belocian. Nach lockeren 13,33sek im Vorlauf packte der Franzose im Endlauf richtig aus und toppte seine eigene Bestleistung auf 13,15sek. Er dürfte damit ein heißer Kandidat für die Medaillenränge in Eugene sein.

Hannah Mergenthalter sprintet zur WM

Einen starken 400m Lauf legte Laura Müller (LSG Saarbrücken/Sulzbachtal) hin. Mit ihren 52,91sek für die Stadionrunde schrammte die junge Athletin nicht nur knapp um eine Hundertsel am Meeting Rekord vorbei, sondern katapultierte sich gleichzeitig auch auf die vorderen Ränge der aktuellen Deutschen Aktiven Bestenliste. Im Sog sprintete Hannah Mergenthaler auf heimischen Boden in 53,97sek zu einer neuen Bestzeit. Eine Steigerung, die überrascht aber mit Freude aufgenommen wurde, Hannah löste damit gleichzeitig das Ticket für die WM.

Weltklasse boten die U20 Frauen über die 100m an. Dina Asher-Smith setzte schon im Vorlauf mit 11,14sek ein Ausrufezeichen und drückte damit ihre eigene Weltjahresbestleistung von 11,20sek nach unten. Im Endlauf legte sie nochmal nach und korrigierte auf 11,03sek, leider machte der kleinen Britin hier jedoch der kräftige Rückenwind einen Strich durch die Rechnung für eine offizielle Anerkennung der Zeit. Die Aussagekraft der 11,14sek wurde durch Deutschlands Topsprinterin Verena Sailer nochmals untermauert, die es im Endlauf der Einlageläufe der Frauen auf exact die gleiche Zeit brachte.

Dinas Landsmann Adam Gemili drückte den Einlageläufen der Männer über 100m seinen Stempel auf. Im Vorlauf flog er förmlich über die Bahn und kratzte mit 10,04sek haarscharf an der 10sek Marke. Leider blieb die Bahn des neuen Bahnrekordinhabers in Mannheim im Endlauf frei, so dass die neun Sekunden in Mannheim noch eine Zeit auf sich warten lassen.

Die technischen Disziplinen bewegten sich am ersten Tag etwas im Schatten der Sprintwettbewerbe, Highlights in der Größenordnung wie bei den Läufen blieben aus. Einzig die Norwegerin Marie Therese Obst schaffte es mit ihren 57,44m im Speerwerfen, ein wenig Aufmerksamkeit des Publikums zu erhaschen. Ein Wurf, der nur einen halben Meter hinter dem Meetingrekord blieb.

Einen heißen Auftakt zum zweiten Tag lieferten die 400m Hürdenläufer. Durch einen souveränen Rundlauf hinterließ der Deutsche Jonas Hanssen (SC Myhl LA) in 50,68sek mit zwei Sekunden Vorsprung einen bleibenden Eindruck bei der Konkurrenz und blieb nur knapp zwei Zehntel hinter dem bestehenden Meetingrekord von Varg Königsmark aus dem Jahr 2011.

Noch einen oben drauf setzte nach den starken Läufen am Vortag erneut eine Britin. Shona Richards löste nach gerade mal 56,81sek die Lichtschranke aus, eine deutliche Verbesserung des Meetingrekordes.

Badische Beteiligung gab es im Hochsprung der Frauen durch Anne Klebsch (TG Ötigheim),  die jedoch mit 1,68m einige Zentimeter unter ihrer Bestleistung blieb und leider zu früh aus dem Wettkampf ausschied. Demgegenüber präsentierte sich Lokalmatador Patrick Domogala (MTG Mannheim) wieder in blendender Verfassung. Am Samstag war er bereits mit 10,24sek als schnellster Deutscher aus dem 100m Finale gegangen, Tags darauf sprintete er dann über die 200m nochmals hervorragende 20,64sek und hakte die zweite Norm für die Aktiven EM in Zürich ab.

Den Heimvorteil machte sich auch Nadine Gonska zu nutze. Nach dem starken 100m Auftritt vom Vortag ließ sie am Sonntag über 200m in 23,30sek die nächste Bestzeit purzeln und lief damit sogar in Schlagweite der EM Norm (23,22sek). Ein Erfolg der von ihr erstmal selbst realisiert werden musste, die freundliche Mannheimerin aber zufrieden strahlen ließ.

Hofmann läuft über die Hürden überraschend EM-Norm

Über die 100m Hürden der Frauen sorgte Franziska Hofmann für Aufsehen. Einer 12,93sek im Vorlauf folgten im Endlauf nochmal 12,97sek. Auch für sie kam eine Zeit unter 13sek und die zweimalige Erfüllung der EM-Norm überraschend. Bei den Männern über 110m Hürden sprang Matthias Bühler (LG Offenburg) gleich mit auf den EM Zug auf, er erfüllte die Norm mit 13,56sek.

Sehr spannend verlief der Hochsprungwettbewerb etwas Abseits der Zuschauerränge. Gleich vier Athleten sprangen hier in die Region der Jugend-WM-Norm hinein, wobei sich mit Tobias Potye (FC Aschheim; 2,22m) und David Nopper (LAV Stadtwerke Tübingen; 2,20) am Ende zwei Hochkaräter heraus kristallisierten, von denen Tobias schließlich noch den alten Meetingrekord von 2,21m einstellte.

Ein echtes Highlight bot sich gegen Ende des letzten Tages nochmals über die 800m bei der weiblichen U20. Europameisterin, Weltjahresfünfte und keine geringere als die Meetingrekord Halterin (2:00,49min) Anita Hinriksdottir (Island) selbst hatte angekündigt, die 2:00min in Angriff zu nehmen. Dementsprechend war ein Alleingang der Isländerin zu erwarten, der sich bereits nach 250m des Rennens durch einen deutlichen Vorsprung bestätigte. Das Eingangstempo von unter einer Minute konnte sie allerdings nicht halten und setzte die angekündigten 2:02,78min nicht um.
Im Verfolgerfeld peilte Lara-Ann Schwede (PTSV Jahn Freiburg; 2:10,79min) eine gute Zeit an, musste bei dem hohen Tempo jedoch Körner lassen und blieb ebenfalls hinter den von ihr geplanten 2:08min zurück.

Sebastian Keinert


 
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