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Montag 09. September 2013  ::  19:31
INFO
Hochsprung-Meeting Eberstadt

Weltmeister demonstrieren auch im Regen ihre herausragende Klasse

Wer dabei war wird das 35. Internationale Hochsprung-Meeting so schnell nicht vergessen. Was am Freitag bei tollem Wetter begann, versank am Samstag fast im wolkenbruchartigen Regen und endete am Sonntag im Dauerregen. Dennoch sahen rund 2500 Zuschauer an den drei Wettkampftagen trotz katastrophalem Wetter am Samstag und Sonntag begeisternde Wettkämpfe. Am Ende kann man feststellen, dass die Höhenflüge nur durch den Regen gestoppt wurden, aber die Begeisterung der Zuschauer und die Arbeit der „tollen Helfer“ das weltbekannte Hochsprung-Meeting dennoch gestärkt aus dieser misslichen Lage hervorgehen lassen.

Auftakt nach Maß am Freitag: Carlo Thränhardt, Isobel Pooley und Mateusz Przybylko begeistern die Fans

Den ersten Glanzpunkt setzte bei idealen Bedingungen der 56-jährige deutsche Hochsprung-Rekordhalter Carlo Thänhardt im Trikot der gastgebenden TSG 1845 Heilbronn. Im dritten Anlauf überquerte er souverän den neuen M55-Weltrekod von 1,90 m. Der Jubel war groß, hatte der große Blonde doch bewiesen, dass er immer noch abheben kann. 80 Flaschen vom besten „Eberstädter“ waren der Lohn.
Die 21-jährige U23-Vorjahressiegerin Isobel Pooley hielt hier jedoch mit. Die britische Nachwuchshoffnung überzeugte nicht nur mit einer tollen Ausstrahlungskraft, übersprang hoch die 1,90 m und half am Sonntag nach dem Frauen-Hochsprung sogar beim Abbau tatkräftig mit. Hervorragend hier auch Lena Bryxi (SSV Ulm) und die erst 16-jährige Sabrina Gehrung (LG Filder), die mit starken 1,76 m die Ränge drei und vier belegten.
Eine Klasse für sich war bei den U23-Junioren der Titelverteidiger Mateusz Przybylko (Bayer Leverkusen), der hoch über 2,18 m sprang und erst an 2,25 m scheiterte. Mit Sicherheit ein Mann mit Zukunft. Stark hier Lokalmatador Simon Lange (WGL Schwäbisch Hall), der deutsche U18-Jugendmeister, und der dieses Jahr stark verbesserte Tassilo Hackert (TSV Eltingen), die mit jeweils 2,05 m gemeinsam auf Rang drei lagen.

Unglaublicher Männer-Hochsprung im wolkenbruchartigen Regen – trotzdem überspringt Weltmeister Bohdan Bondarenko sensationelle 2,30 m

Was an diesem Tage in der mit 1700 Zuschauern prall gefüllten Eberfürst-Arena möglich gewesen wäre, wenn nicht der Regen fast alles zerstört hätte, kann man nur erahnen. Alle neun angetretenen 2,30 m-Springer zeigten sich bei 2,15 m und 2,20 m in Bestform. Doch schon bei 2,24 m kam starker Wind auf und plötzlich machte wolkenbruchartiger Regen eine Fortsetzung des Wettkampfes unmöglich. In Minutenschnelle hatten die zahlreichen TSG-Helfer Matte und Absprungbereich abgedeckt. Nach zwanzig Minuten wurde mit Wasserwalze und Schiebern bei nachlassendem Regen die Anlaufbahn vom größten Wasser befreit.
Nach 35 Minuten wurde der Wettkampf bei 2,27 m fortgesetzt. Viele Zuschauer kamen zurück, viele hatten auch in der Arena dem Wetter getrotzt. Sensationell überquerte der 21-jährige Daniil Tsyplakov (Russland) im ersten Versuch die 2,27 m und dies bei einer Bestmarke von 2,30 m. Weltmeister Bohdan Bondarenko (Ukraine) stieg hier ein und setzte mit einem Riesensatz auf Anhieb über 2,27 m. Dann begann es schon wieder stärker zu regnen. Dennoch schafften Olympiasieger Ivan Ukhov (Russland), Europameister Robert Grabbarz (Großbritannien) und der 24-jährige Andriy Protsenko (Ukraine) unter großem Jubel der Zuschauer ebenfalls die 2,27 m. Der Regen wurde so stark, dass die Springer ins Massagezelt flüchteten. Von dort aus kamen sie einzeln zu ihren Versuchen. Zwischendurch wurden sie mit Handtüchern abgetrocknet. Es herrschte eine Riesenstimmung im Zelt. Die Weltklassespringer feuerten sich gegenseitig an. Jeder gab sein Bestes. Die Eberfürst-Arena war trotz dem starken Regen immer noch sehr gut gefüllt. Die Arena tobte als Weltmeister Bohdan Bondarenko im dritten Versuch tatsächlich noch die 2,30 m übersprang. Die Zuschauer feierten ihn minutenlang und die Stimmung war trotz dem Wetter unbeschreiblich.
Später erklärte der Sieger: „Ohne die tollen Zuschauer wäre ich bei diesen Bedingungen nie über 2,30 m gesprungen. Ich bin eigentlich gekommen, um den Weltrekord anzugreifen.

Toller Frauen-Hochsprung trotz Dauerregen am Sonntag

Zum ersten Mal Regen beim 11. Frauen-Hochsprung in der Eberfürst-Arena. Dennoch eine einmalige Atmosphäre und 600 Zuschauer die trotz Dauerregen am Sonntag für eine unglaubliche Stimmung sorgten. Der Vorteil war am Sonntag, man konnte sich rechtzeitig darauf einstellen. Thomas Mohn, der technische Leister des Hochsprung-Meetings, hatte mit seinen fleißigen Helfern für die Springerinnen einen Pavillon mit Holzboden aufgestellt. Alle großen Schirme waren zusätzliche mit Planen abgedeckt. Zweieinhalb Stunden wurde mit der Wasserwalze vor und während des ganzen Wettkampfes die Anlauf- und Absprungbahn vom gröbsten Wasser befreit. Unter den gegebenen Umständen relativ optimale Bedingungen für die Hochsprung-Weltklasse der Frauen.
Hut ab vor den Athletinnen, die trotz des schlechten Wetters eine tolle Wettkampfeinstellung zeigten. Toll wie die Jüngste, die U23-Siegerin Isobel Pooley, von Beginn an mit ihrer Ausstrahlung und Fröhlichkeit die Zuschauer mitriss. Klasse wie Emma Green-Tregaro (Schweden) ihre Sprünge unentwegt vorbereitete, wie Ruth Beitia (Spanien), die Älteste, sich mit 1,91 m Platz zwei sicherte. Rang drei und vier gingen an Emma Green-Tregaro und Irina Gordeeva (Russland) mit ebenfalls 1,91 m.
Eine Klasse für sich war Weltmeisterin Svetlana Shkolina (Russland), die bei 1,91 m einstieg und diese Höhe wie auch die folgenden 1,94 m souverän übersprang. Sie ließ dann die Latte gleich auf 2,00 m legen, doch das war bei diesen Bedingungen trotz einem sehr guten ersten Versuch diesmal nicht drin. Für Svetlana bei ihrem fünften Eberstadt-Start der zweite Sieg nach 2011 und zwei zweiten Plätzen 2010 und 2012.
WM-Teilnehmerin Marie-Laurence Jungfleisch (LAV Stadtwerke Tübingen) blieb diesmal an 1,88 m hängen, doch ihre Zeit wird noch kommen und das Erreichen des WM-Finales in Moskau war in jedem Fall ein toller Erfolg für die deutsche Meisterin 2013.

Peter Schramm


 
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