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Dienstag 26. Februar 2013  ::  23:02
BLV
Deutsche Hallenmeisterschaften

Gold: Verena Sailer wird Favoritenrolle gerecht / Patrick Domogala Vizemeister / Bronzemedaillen für Shanice Craft und Matthias Bühler

Dortmund (23./24.02.) – Nach neun Jahren war die Helmut-Körnig-Halle direkt neben dem Fußballstadion der Borussia wieder mal Austragungsort der Deutschen Hallenmeisterschaften. Schon lang vorher war das Kartenkontingent ausverkauft und die Zuschauer boten eine stimmungsvolle Kulisse.

Verena Sailer sprintet zu ihrem fünften DM-Gold unterm Hallendach.
200m-Silber für Patrick Domogala
Kugelstoß-Bronze und EM-Norm für Shanice Craft
Matthias Bühler (links) holt Bronze im Hürdensprint
Fotos(4): Theo Kiefner

Obwohl im Vorfeld schon einige der deutschen Top-Athleten aus unterschiedlichen Gründen absagten, gab es zahlreiche glänzende Leistungen zu beklatschen. Auch der badische Anhang konnte nach den beiden Tagen zufrieden aus Westfalen nach Hause fahren: Gold für Verena Sailer, Silber für Patrick Domogala und zwei Bronzemedaillen durch Shanice Craft und Matthias Bühler ließen auch den BLV-Präsidenten Philipp Krämer strahlen. „Für unser kleines Team können wir mit dem Erreichten sehr zufrieden sein – und im Hinblick auf den Sommer auch zuversichtlich nach vorne schauen.“
Aus badischer Sicht sorgte im Vorfeld allerdings eine unschöne Episode für Gesprächsstoff. Die Meldung des Offenburger Top-Hürdensprinters Matthias Bühler war nicht rechtzeitig beim DLV eingetroffen. Nachmeldungen waren für die Hallenmeisterschaften aber nicht zulässig. Obwohl sich die Abteilung Leistungssport des DLV für einen Start Bühlers stark machte und auch der Badische Leichtathletik-Verband in Person von Präsident Philipp Krämer sich vehement für diese Sache einsetzte und versuchte, doch noch einen Start zu ermöglichen, ließen die DLV-Verantwortlichen des Wettkampfwesens keine Härtefallregelung oder sonst Gnade vor Recht ergehen. So konnte am Vortag nur noch eine einstweilige Verfügung über den DLV-Rechtsausschuss helfen.

Matthias Bühler nach Hick-Hack zu Bronze

Als die Vorläufe angepfiffen wurden, stand der Offenburger somit hinter seinem Startblock. 7,78 sec zeigte nach 60m die Uhr für ihn und Matthias zog mit der viertschnellsten Zeit ins Finale ein. Dort konnte er sich noch steigern und holte in neuer Saisonbestzeit von 7,69 sec Bronze – eine Hundertstel hinter dem Tübinger Georg Traber und der geforderten Norm für die Hallen-EM in Göteborg. Gold ging an Eric Balnuweit (Leipzig) in 7,61 sec. Dass Matthias die beiden anderen trotzdem zur EM begleiten darf, liegt daran, dass er mit seiner Zeit als Elfter in Europa vom DLV nominiert wurde, was Matthias und seinen Trainer Wilhelm Seigel nach dem Hickhack im Vorfeld natürlich besonders freute. „Es besteht die Möglichkeit neben den Normerfüllern auch Athleten zu nominieren, die in Europa unter den besten Zwölf plattziert sind“, so BLV-Präsident Krämer nach den Meisterschaften. Und auch für einen weiteren Athleten hatte der badische Protest etwas Gutes: 3000m-Läufer Simon Stützel (Wattenscheid), dessen Meldung ebenfalls nicht rechtzeitig angekommen war, durfte ebenfalls laufe – und wurde Vierter.

Verena Sailer gewinnt fünftes Hallen-Gold

Ebenfalls nicht ganz klar war im Vorfeld der Start von Sprint-Favoritin Verena Sailer. Denn die Mannheimerin laborierte an einem grippalen Infekt und entschied sich zusammen mit ihrem Trainer Valerij Bauer erst nach einem letzten Test am Freitagvormittag für einen Start. Und Verena war wie in den letzten Wochen gewohnt schnell unterwegs. Nach 7,20 sec im Vor- und 7,19 sec im Zwischenlauf stand sie im Finale als Favoritin auf Bahn fünf hinter ihrem Startblock. Und erneut trommelte sie die 60m so schnell herunter wie sonst keine. In 7,18 sec wurde sie ihrer Favoritenrolle gerecht und siegte vor Tatjana Pinto (Dortmund; 7,24). „Der Infekt hat sich im Laufe der Woche so unerwartet verbessert, dass ich doch antreten konnte“, erklärte Verena Sailer. „Es war mir wichtig, vor der Hallen-EM noch einmal einen Wettkampf zu machen.“ In Göteborg will sie ins Finale, dort sei möglicherweise noch eine bessere Zeit drin.

Shanice Craft positive Überraschung

Wieder einmal zu den positiven Überraschungen gehörte Shanice Craft (MTG Mannheim). Die Diskuswerferin startete beim Kugelstoßen und hatte im Vorfeld nicht mehr als Außenseiterchancen auf eine Medaille. Erwartungsgemäß gewann Christina Schwanitz (LV 90 Erzgebirge) mit neuer Bestleistung von 19,79 m überragend deutlich den Titel. Dahinter gewann Josephine Terlecki mit 17,69 m in Abwesenheit ihrer grippegeschwächten Magdeburger Vereinskollegin Nadine Kleinert wie erwartet Silber. Im letzten Durchgang schaffte schließlich die U20-Weltmeisterin Shanice Craft noch den Stoß nach Göteborg. Die 19-Jährige steigerte mit 17,66 m ihre Hallen-Bestleistung gleich um satte 1,15 Meter und lag auch um 51 Zentimeter über ihrer Freiluft-Bestmarke. Beinahe hätte sie damit auch noch Josephine Terlecki vom Silberrang verdrängt. „Ich bin total überrascht. 17 Meter hatte ich mir vorgenommen, aber das nicht“, freute sich Shanice nach dem Wettkampf. „Eigentlich wollte ich nächste Woche zum U20-Länderkampf, aber zur Hallen-EM zu fahren, ist auch okay. Mit diesem Thema habe ich mich noch gar nicht beschäftigt und gehe es ganz entspannt an. Die Leistung von heute muss ich erstmal wieder abrufen.“

Patrick Domogala holte einzige Medaille am zweiten Tag

Am zweiten Wettkampftag gab es dann für den badischen Anhang erwartungsgemäß weniger zu beklatschen. In den 200m-Vorläufen der Männer lief Maximilian Kessler (Berlin) in 21,37 sec deutlich die schnellste Zeit. Dahinter folgten aber schon Patrick Domogala in 21,66 sec und sein Mannheimer Vereinskamerad Yannick Hoecker in 21,67. Im Finale konnte Kessler den Angriff des offensiv angehenden MTG-Youngsters dann souverän abwehren. Auf Bahn vier steigerte er sich auf 21,12 sec, Patrick Domogala kam nach 21,44 sec als Vizemeister ins Ziel. Yannick Hoecker belegte als Zweiter des anderen Zeitendlaufs in 21,63 sec den beachtlichen vierten Platz.
Hin und her ging’s bereits am ersten Wettkampftag beim Männer-Weitsprung um die verbleibende Medaille hinter den beiden Erstplatzierten Christian Reif (8,06 m) und Sebastian Bayer (7,97). Am Ende verpassten die beiden Badener im Finale nur knapp den Podestplatz. Julian Howard (LG Region Karlsruhe) tauschte immer wieder mit dem Hamburger Mario Kral den dritten Platz. Am Ende lag der Norddeutsche mit 7,82 m auf Bronze, Julian kam mit 7,75 m auf Platz vier. Direkt dahinter platzierte sich Florian Oswald (TSG Weinheim) mit 7,63 m auf Rang fünf. Der stellte nach mehreren siegreichen Wettkämpfen in diesem Winter damit beim Höhepunkt seine Bestleistung ein. Für Julian war es gar erst der zweite Wettkampf in diesem Jahr. Nach langwieriger Verletzung zeigte sich der Schützling von Trainer Udo Metzler aber wieder in aufsteigender Form.
Auch im 60m-Finale der Männer stand ein Athlet des BLV. Allerdings nicht wie erwartet der Mannheimer Patrick Domogala, der schied nämlich nach einem Stolperer bereits im Vorlauf aus, sondern sein Vereinskamerad Yannick Hoecker. Nach 6,88 und 6,84 sec hatte er sich unter die besten Acht gesprintet und landete im Endlauf in wiederum 6,84 sec auf Platz sieben. Ebenfalls auf dem siebten Platz landete über 800m Sebastian Karl (TV Lahr). Nach 1:51,61 min im Vorlauf bot er im Finale in 1:51,64 min fast nochmal die gleiche Zeit an. Um alle Medaillenchancen brachte sich das Staffel-Quartett der MTG-Männer über 4x200m. Durch einen Wechselfehler landete das Mannheimer Team abgeschlagen in 1:35,39 min auf dem siebten Platz.

Ralf Wohlmannstetter


 
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