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Montag 08. Oktober 2012  ::  19:35
BLV
Deutsche Berglaufmeisterschaften in Zell am Harmersbach

Timo Zeiler gewinnt fünften Titel in Folge / Badischer Doppelsieg durch Benedikt Hoffmann

Zell a.H. (07.10.) – Zell am Harmersbach stand erneut im Mittelpunkt des deutschen Berglaufgeschehens. Zum dritten Mal wurden im Rahmen des Brandenkopf-Berglaufs die deutschen Meisterschaften ausgetragen. Diesmal auf einer leicht veränderten Strecke.

Zwei Badener auf dem Podest: Timo Zeiler gewinnt und Benedikt Hoffmann (li) wird Zweiter.
Start der deutschen Berglaufmeisterschaft in Zell
Timo Zeiler
Meinrad Beha
Peter Lessing
Fotos (5): Stinn

Der Start war erstmals in der historischen Altstadt von Zell. Von da führte die 9,5 km lange Stecke, die einen Höhenunterschied von 770 Meter aufweist, auf den 940 Meter hohen Brandenkopf. Regen, Nebel, empfindlich kalte Temperaturen und stellenweise klitsche Wegpassagen waren die äußeren Voraussetzungen.
Timo Zeiler (LG Brandenkopf) und Melanie Weiß (TSV Annweiler) heißen die deutschen Berglaufmeister 2012.Timo Zeiler legte von Beginn an des Rennens ein hohes Tempo vor und setzte sich recht schnell von den übrigen Konkurrenten ab. Unbekümmert von den widrigen Witterungsverhältnissen stürmte Zeiler dem Ziel entgegen. Nach 42:05,3 min passierte der Europameisterschaftsvierte von 2009 die Ziellinie unmittelbar beim Brandenkopfturm. „Der Titelgewinn ist für mich ein schöner Saisonabschluss. Es ist ein tolles Gefühl den fünften deutschen Meistertitel hintereinander zu gewinnen. Das ist auch ein wenig deutsche Berglaufgeschichte, das hat noch keiner geschafft. Ich wollte heute gewinnen, das war mein Ziel. Dass ich so deutlich gewinnen konnte, hat mich schon überrascht. Ich hatte mit mehr Gegenwehr, vor allem von Heiko Beier, gerechnet. Ich bin Anfangs bewusst schnell angegangen“, so der nun fünffache deutsche Berglaufmeister. Zweiter wurde nach einem taktisch sehr gut eingeteilten Rennen Benedikt Hoffmann (PTSV Jahn Freiburg) in 42:42,8 min. Damit gab es einen badischen Doppelsieg bei den Männern. Die Plätze drei und vier gingen an die bayerischen Läufer Korbinian Schönberger (LLC Marathon Regensburg) und John Mooney (Post Telekom Rosenheim). Korbinian Schönberger gewann auch im Vorjahr Bronze und zeigte sich sehr erfreut über seinen erneuten Medaillengewinn. „Es war ein recht anspruchsvoller Lauf. Natürlich gibt es im Mittelgebirge immer wieder Abwärtspassagen, die mir nicht so liegen, aber das ist ebenso. Ich bin aber sehr zufrieden mit meiner Platzierung“. Karsten Meier (LG Braunschweig) wurde als Fünfter Juniorensieger. Mitfavorit Heiko Beier (LG Braunschweig), der in dieser Saison schon fast alle deutschen Berglauf-Asse besiegen konnte, kam auf Platz acht. Zehnter wurde Ulrich Benz (LG Brandenkopf). Die Mannschaftswertung gewann LLC Marathon Regensburg vor der LG Braunschweig. Bronze gewann das Team des Gastgebers LG Brandenkopf mit Timo Zeiler, Ulrich Benz und Joachim Benz.
Spannender ging es bei den Frauen zu. Die Überraschungssiegerin Melanie Weiß (TV Annweiler) ging das Rennen sehr verhalten an. Erst 500m vor dem Ziel lief sie an der bis dahin Führende Tina Fischl (LG Passau) vorbei und siegte in 52:00,9 min. „Der Sieg ist für mich eine große Überraschung. Ich bin ohne jegliche Zielvorstellung hier angereist. Umso glücklicher bin ich. Ich bin mir zwar bewusst, dass mit Lisa Reisinger die beste deutsche Bergläuferin nicht am Start war, aber es waren doch auch einige gute Läuferinnen da.“ Tina Fischl verteidigte ihren zweiten Platz vor der Juniorensiegerin Tanja Griesbaum (LG Rülzheim). Auf Platz vier kam Monica Carl (LG Welfen) vor Nora Coenen (LG Wettenberg). Die Mannschaftswertung gewann die LG Welfen.
Erstmals seit vielen Jahren wurden im gleichen Rennen auch die Seniorenmeister ermittelt. Auch hier gab es für die badischen Läuferinnen und Läufer einige Titelgewinne und Medaillen zu feiern. Gold gewannen Carsten Brod (TV Konstanz/ M40), Joachim Benz (LG Brandenkopf/ M45), Meinrad Beha (FC Unterkirnach/ M60), Peter Lessing (LG Ortenau-Nord/ M70) und Christel Kornmeyer (LG Brandenkopf/ W60). Silber erkämpften sich Carmen Scharpfenecker (RUN2SKY.com/ W35), Ulrich Benz (LG Brandenkopf/ M35) und Joachim Becht (LT Furtwangen/ M50). Christa Weisser (FC Unterkirnach/ W60) und Brigitte Nittel (SV Kirchzarten/ W65) gewannen Bronze. Gold in den Mannschaftswertungen gewannen die LG Brandenkopf (M35) und der FC Unterkirnach (M60-70).
Begeistert von der Organisation der deutschen Meisterschaft zeigte sich Wolfgang Münzel, der als Vertreter des Deutschen Leichtathletik-Verbandes vor Ort war. „Es war eine hervorragende Meisterschaft mit tollen Leistungen. Organisatorisch war alles, wie bei allen nationalen und internationalen Meisterschaften die der TV Unterharmersbach bislang ausgerichtet hat, optimal vorbereitet und durchgeführt. Fürs Wetter kann der Veranstalter nichts. Das stellte natürlich an die Organisatoren und Teilnehmer extrem Anforderungen.“ Ein Dankeschön und viel Lob für die tolle Organisation zollte auch der Präsident des Badischen Leichtathletik-Verbandes, Philipp Krämer. Für den örtlichen Ausrichter zog Alfred Siegesmund eine positive Bilanz. „Trotz der widrigen Witterungsverhältnisse bin ich zufrieden. Es hat alles geklappt, es gab keine Beanstandungen und viele positive Rückmeldungen. Wir haben bewiesen, dass wir auch bei schlechtem Wetter eine gute Veranstaltung präsentieren können. Mehr als zufrieden bin ich mit den tollen Ergebnissen der Läuferinnen und Läufer unseres Vereins.“
Zum Abschluss sollte noch einmal betont werden, dass es nur dem TV Unterharmersbach zu verdanken ist, dass es in diesem Jahr eine deutsche Berglaufmeisterschaft gab. Nachdem das Duo Münzel-Raatz vergeblich nach einem bayerischen Veranstalter Ausschau gehalten hatte, und es schon hämische Kommentare aus Bayern gab, sprangen die Unterharmersbacher ein. „Wir Berglaufveranstalter sind es den Athleten schuldig, eine deutsche Meisterschaft auszurichten“, begründete Alfred Siegesmund seinen nachgereichten Antrag auf Durchführung der Berglauf-DM beim DLV. Positiv auch und das wird viel zu wenig gewürdigt: Die Unterharmersbacher rückten von ihrem ursprünglichen Termin dem 3. Oktober ab, um nicht terminlich mit dem Hochfelln-Berglauf zu kollidieren. Das spricht von einem hohen Maß an Flexibilität und Fairness gegenüber einem anderen Veranstalter.
Für den Badischen Leichtathletik-Verband waren die Titelkämpfe ein voller Erfolg. Zum einem die vielen Medaillen, die die badischen Bergläufer „einheimsten“, zum anderen waren die Unterharmersbacher wieder einmal ausgezeichnete Gastgeber.
Alle Ergebnisse unter www.brandenkopfberglauf.de

Winfried Stinn


 
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