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Montag 02. Juli 2012  ::  22:38
BLV
Europameisterschaften in Helsinki

Gold für die 4x100m-Staffel / Silber für Christina Obergföll

Helsinki (27.06.-01.07.) – Einmal Gold, einmal Silber und dazu noch zwei Endlaufplatzierungen: Der Papierform nach eine grandiose Ausbeute für die Starter des Badischen Leichtathletik-Verbandes in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Aber ähnlich wechselhaft wie das Wetter an der Ostsee – zwischen Regen und Sonne, angenehmer Wärme und empfindlicher Kühle - war auch die Gefühlslage bei den badischen Vertreterinnen.

Die Goldmädchen der deutschen Staffel: Leena Günther, Anne Cibis, Verena Sailer, Tatjana Pinto.
Foto: Theo Kiefner

Der absolute Triumph gelang natürlich den beiden 4x100m-Sprinterinnen Verena Sailer und Anne Cibis von der MTG Mannheim. Sie holten sich den Titel! Christina Obergföll (LG Offenburg) konnte ihrer Medaillensammlung ein weiteres Edelmetall hinzufügen, war aber mit Silber im Speerwurf doch nicht ganz zufrieden.
Insgesamt waren die Europameisterschaften für die BLV-Athleten ein Steigerungslauf. Carolin Nytra (MTG Mannheim) hatte zunächst ihre Teilnahme wegen muskulärer Probleme im Oberschenkel absagen müssen. Doch dafür setzte die anderen Mannheimer Sprinterinnen zunächst einmal Ausrufezeichen. Verena Sailer kam im 100m-Vorlauf mit 11,14 sec bis auf vier Hundertstel an ihre Bestzeit heran (Halbfinale 11,17 sec). Auch Anne Cibis (ehemals Möllinger) war gut in den Wettkampf gekommen und zog über das Halbfinale in Saisonbestzeit von 11,36 sec gemeinsam mit Sailer und der dritten Deutschen, Tatjana Pinto, ins Finale ein.
Das Finale sollte dann natürlich die Bühne für die Titelverteidigung von Verena Sailer sein. Bis 50 Meter lag sie in einem knappen Rennen auch noch aussichtsreich im Feld, aber dann konnte sie ihre Stärken im Finish nicht ausspielen und am Ende war es dann nur der erste Platz eines deutschen Trios. Mit 11,42 sec wurde Sailer Sechste der Europameisterschaft und Anne Cibis wurde in 11,54 Siebte. Eine leichte Enttäuschung, denn bei schlechten äußeren Bedingungen gewann die Bulgarin Ivet Lalova in 11,28 sec den Titel und mit einer Zehntel schneller in 11,3 gab es noch eine Medaille.
Am Freitag stand dann das Speerwerfen auf dem Programm. Christina Obergföll hatte sich zunächst einmal ins Finale gezittert. Die geforderten 60 Meter hatten nur zwei Teilnehmerinnen erreicht, so reichten ihr 59,49 m als Vierte für den Einzug unter die Top zwölf. Hier setzte Christina dann gleich ein großes Ausrufezeichen: 65,12 m. Lange sah es so aus, als würde Helsinki nach dem ersten internationalen Erfolg 2005 mit dem legendären damaligen Europarekord von 70,03 m auch den ersten großen Titel bedeuten. Aber wieder einmal schnappte der Offenburgerin eine Konkurrentin auf der Zielgerade den Titel weg: Die Ukrainerin ließ im fünften Versuch mit 66,86 m einen neuen Landesrekord folgen und so gewann die Beste der Qualifikation auch den Titel.  Diese Weite konnte Obergföll nicht mehr kontern, sie kam im sechsten Versuch lediglich noch einmal auf 63,17 m. So war das Fazit von Obergföll dann auch etwas ernüchtert: „Irgend eine schnappt mir immer das Gold vor der Nase weg. Vor zwei Jahren war es Linda Stahl, jetzt Vira Rebryk".
Ihr Vereinskamerad Matthias Bühler kam über die 110m Hürden immerhin bis ins Halbfinale. Der dreifache deutsche Meister hatte im Vorlauf zunächst einmal bei 1,2 Meter Gegenwind 13,93 sec erreicht und damit den zweiten Platz vor starker Konkurrenz, unter anderem Ex-Weltmeister Ladji Doucouré, gesichert. Im Halbfinale ließ er dann 13,52 sec folgen und wurde in seinem Lauf Dritter. Am Ende schaffte er aber als Zehntschnellster den Einzug ins Finale um ganze vier Hundertstel nicht.
Fazit dieser Europameisterschaft könnte dann aber insgesamt auch lauten: Ende gut alles gut, denn am Sonntagnachmichtag gab es dann das goldene Edelmetall für Baden. In der 4x100m-Staffel war das Team der drei Finalistinnen Anne Cibis (MTG Mannheim), Tatjana Pinto (LG Ratio Münster) und Verena Sailer (MTG Mannheim) gemeinsam mit Leena Günther (LT DSHS Köln) dann nicht zu schlagen. Was vor zwei Jahren in Barcelona nach der bronzene Medaille bei der Heim-Weltmeisterschaft 2009 (42,87 sec) noch nicht geklappt hatte, gelang in Finnland. Das Quartett stürmte in glänzenden 42,51 sec zu Gold, gefolgt von den Niederlanden, die in 42,80 Landesrekord liefen, und den Polinnen (43,06). Die ebenfalls stark einzuschätzenden Ukrainerinnen verpatzten den ersten Wechsel. Stärker lief ein deutsches Quartett zuletzt 2002 beim Europacup in Annecy (Frankreich; 42,49 sec).
So fiel das Fazit von Verena Sailer am Ende auch mehr als positiv aus: „Das Einzelrennen war schon vor der Staffel total wurscht. Dort war nur ich schlecht, die anderen beiden wurden nur durch meinen schlechten Lauf runtergezogen, was nicht ganz fair war, weil sie eine super Leistung abgerufen haben. Für mich war es jetzt eine Wiedergutmachung. Die Zeit ist total zweitrangig, aber natürlich ist sie gut.“ Anne Cibis war nach dem Medaillengewinn vor allem mit dem Lauf an sich zufrieden: „Der Wechsel von Leena auf mich war schon noch rechtzeitig, da hatte ich keine Angst. Ich habe gemerkt, ich bin pünktlich losgelaufen, der Wechsel klappt, ich hatte das Vertrauen, dass Leena mich auch kriegt.“

Björn Maier (mit Material von leichtathletik.de)


 
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