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Dienstag 24. April 2012  ::  22:20
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Bastian Franz siegt mit neuer Marathon-Streckenbestzeit beim Freiburg-Marathon

Bastian Franz (VFL Sindelfingen) dominierte in Freiburg bei seinem Marathon-Debüt und siegte in der neuen Streckenrekordzeit von 2:24:46 Stunden. Frauensiegerin wurde die Schweizerin Denise Zimmermann. Über die Halbmarathonstrecke wiederholte Phillip Willaschek (LC Erfurt) seinen Vorjahreserfolg. Bei den Frauen gewann Christine Schleifer zum vierten Mal.

Nach der „Hitzeschlacht“ im Vorjahr herrschten diesmal ideale Laufbedingungen. Strahlender Sonnenschein und dennoch angenehme Temperaturen um 15 Grad ließen die neunte Auflage des Freiburg-Marathons zu einem Lauffest werden. Zehntausende Zuschauer und die schon traditionellen 41 Bands auf 21 km sorgten wieder für eine tolle Stimmung. Knapp 11000 Läuferinnen und Läufer aus 70 Nationen, verteilt auf Marathon, Halbmarathon, Handbiker, Firmen- und Schulstaffeln hatten gemeldet. Der am stärksten besetzte Wettbewerb war der Halbmarathon, hier erreichten 6202 Läuferinnen und Läufer das Ziel. Beim Marathon finishten 1319 Läufer/innen.
Gegenüber den vergangenen Jahren wurde die Strecke verändert. „Die Forderung kam von der Polizei, nach den vielen Einsätzen bei Stuttgart 21 wurden wir gebeten eine Streckenführung zu suchen, die entsprechend weniger Polizeieinsatz hat“, so Gernot Weigel bei einer Pressekonferenz im Vorfeld des Freiburg-Marathons. „Für uns war es gut, dass die Forderung von außen kam, so konnten wir uns bei einer neuen Strecke mehr auf die Innenstadt konzentrieren“, führte Weigel weiter aus.
Start und Ziel waren weiterhin beim Messegelände und wie in all den Jahren wurde ein 21,1 km langer Rundkurs, den die Marathonläufer/innen zweimal durchlaufen mussten, angeboten. Durch die Streckenveränderung fiel die Berliner Allee, die wegen ihrer „Windanfälligkeit“ wenig beliebt war, weg und stattdessen wurde der Innenstadtbereich mehr genutzt, was die Strecke attraktiver machte. Allerdings musste auch mehr auf Kopfsteinpflaster gelaufen werden und die Strecke wurde etwas „kurviger“.
Nachdem über die Halbmarathonstrecke der Vorjahreszweite Timo Zeiler (LG Brandenkopf) krankheitsbedingt nicht am Start war, ging die Favoritenrolle an den Vorjahressieger Phillip Willaschek und dem Lokalmatador Benedikt Hoffmann (PTSV Jahn Freiburg). Gemeinsam mit Kay Müller (Ilshofen) setzten sie sich recht bald vom übrigen Feld ab und blieben lange Zeit als Führungstrio zusammen. Rund vier Kilometer vor dem Ziel suchte Willaschek durch eine Tempoverschärfung die Entscheidung. Er lief sich schnell einen Vorsprung heraus. Hoffmann versuchte nochmals ran zu kommen, aber der Erfurter war an diesem Tag stärker. Nach 1:09:31 Std passierte er wie im Vorjahr als Sieger die Ziellinie. Mit seiner Siegeszeit war er rund drei Minuten schneller als im Vorjahr. „Beide Läufe sind nicht vergleichbar, im Vorjahr habe ich aufgrund der Hitze gelitten, ich habe damals die Marathonläufer, die die Runde nochmals durchlaufen mussten, bedauert und bewundert. Diesmal waren die Bedingungen ideal. Daher lief es auch gut“, so der Sieger. Benedikt Hoffmann erreicht in 1:09:36, also nur 25 Sekunden später, das Ziel. „ Als Lokalmatador wollte ich hier gewinnen. Da kann ich meine Enttäuschung auch nicht verbergen. Mit der Zeit bin ich aber bei dem schwierigen Kurs sehr zufrieden. Die Stimmung war auch super, in jeder Ecke habe ich meinen Namen gehört. Die neue Strecke ist nicht einfach zu laufen. Das Kopfsteinpflaster in der Altstadt hat seine Tücken.“ Auf Platz drei kam Kay Müller in 1:10:21 vor dem Freiburg-Marathonsieger des Jahres 2007 Gerhard Schnebel (TV Gailingen), Robert Krinke (TV Tiengen) und Henrich Kolkhorst (Karlsruhe).
Bei den Frauen feierte Christine Schleifer nach 2006, 2007, 2011 und 2012 ihren vierten Sieg in Freiburg. „Ich komme in erster Linie nach Freiburg weil die Stimmung immer super ist, dazu kommt, dass ich als Vollzeit-Berufstätige nicht so gerne lange Anfahrtswege in Kauf nehme“, begründet die erfolgreiche Langstreckenläuferin ihre Vorliebe für Freiburg. In Rastatt lief sie vor drei Wochen über 10 km eine Superzeit von 34:25 min. „Setzt man meine 10km-Zeit von Rastatt in Relation zu meiner heutigen Leistung, merkt man eine deutliche Diskrepanz. Dies liegt unter anderem daran, dass ich unmittelbar nach dem Lauf in Rastatt krank geworden bin und zwei Wochen gar nicht oder nur ganz locker trainieren konnte. Die krankheitsbedingte lange Pause und mangelnde Erholung von der Krankheit habe ich heute leider zu spüren bekommen. Aber die Saison ist ja noch lang. Von der Stimmung her ist der neue Part durch die Altstadt super, andererseits ist die Strecke durch das viele Kopfsteinpflaster, die Bahnschienen und die vielen Kurven natürlich langsamer als die bisherige Strecke“, äußerte sich die nun vierfache Freiburg-Siegerin, die auch diesmal wieder vom Start weg führte. Mit einem Rückstand von rund eineinhalb Minuten belegte Jeannine Kaskel (TV Bad Säckingen) den zweiten Platz vor Stefanie Doll (SZ Breitnau).
Bastian Franz, der als Jugendlicher die Mittelstrecken bevorzugte, war der Star auf der Marathonstrecke. Seinen ersten Marathon beendete er nicht nur als Sieger, er stellte auch mit 2:24:46 Std einen neuen Streckenrekord auf und unterbot damit die bisherigen Bestzeit des Kenianers Philemon Kipeter aus dem Jahr 2010 um eine halbe Minute. Damit nicht genug. Die eigentliche Sensation ist, dass er den Nächstplatzierten, Thomas Klingenberger (Freiburg) um mehr als zehn Minuten distanzierte. Zur Halbzeit schien das Rennen noch offen zu sein. Bastian Franz passierte die Halbmarathon-Marke nach 1:12:37 Std. Thomas Klingenberger folgte mit einem Rückstand von nur einer halben Minute. Während Franz auf der zweiten Runde noch etwas zulegte, konnte Klingenberger sein Tempo nicht mehr halten. „Ich hatte mit dem Streckenrekord geliebäugelt, ich wusste dass ich gut trainiert habe. Dass es dann geklappt hat ist natürlich toll“, so ein überglücklicher Sieger nach dem Rennen. Thomas Klingenberger konnte in 2:35:10 Std den zweiten Platz verteidigen. Dritter wurde der Schweizer Christoph Feremutsch vor Jürgen Reiser (LG Odenwald). Als Fünfter erreichte der zweifache Freiburg-Marathon-Sieger Max Frei (PTSV Jahn Freiburg) das Ziel.
Bei den Frauen dominierten mit der Schweizerin Denise Zimmermann und der in der Schweiz lebenden Britin Lizzy Hawker zwei Ultralangstreckenläuferinnen das Rennen. Nach einem taktisch klug eingeteilten Rennen rollte Denise Zimmermann das Feld von hinten auf und siegte mit der neuen persönlichen Bestzeit von 2:55:09 Std. Noch bei der Hälfte der Strecke hatte sie einen Rückstand auf die bis dahin Führende Lizzy Hawker von rund zwei Minuten. Bei Kilometer 36 konnte sie auf die Britin, die 2006 Weltmeisterin über 100 km wurde, und auch einige Gebirgsklassiker wie den Zermatt Marathon, Swiss Alpine, den Ultra Trial du Mont Blanc gewinnen konnte, auflaufen. Mit dem Kopfsteinpflaster habe sie keine Probleme gehabt: „Beim Florenz-Marathon gab es noch mehr Streckenabschnitte mit Kopfsteinpflaster, daher war das für mich nichts Neues, man muss halt eben besser aufpassen, und das bin ich von den Trials, die ich gerne laufe, gewohnt“, sagte die Siegerin. Die Drittplatzierte, Svenja Mann (Tri Team SSV Ettlingen) blieb mit 2:58:33 Std noch unter der Drei-Stunden Marke. Auf Platz vier kam die Siegerin des Jahres 2009 Annette Götz (Freiburg).

Alle Ergebnisse: www.marathon-freiburg.com

Winfried Stinn


 
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