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Mittwoch 18. Januar 2012  ::  23:17
BLV
Baden-Württembergische Hallenmeisterschaften

Schnelle 60m-Sprints mit und ohne Hürden sorgen für Höhepunkte

Karlsruhe (14./15.02.) – Die Karlsruher Europahalle erlebte mit den Baden-Württembergischen Hallenmeisterschaften die Generalprobe für die nationalen Titelkämpfe, die am 25./26. Februar an gleicher Stelle ausgetragen werden. Präsident Philipp Krämer fand am zweiten Wettkampftag lobende Worte für alle Helfer, „auch die in den Katakomben“, ohne die eine solche Veranstaltung nicht möglich wäre.

Schnelles Spint-Duo: Verena Sailer (re) vor Anne Möllinger
Sven Tarnowski
Julian Howard
Malaika Mihambo
Diana Klukas
Julian Heydgen
Patrick Domogala
Petra Heininger
Lara-Ann Schwede
Christopher Ullmann
Yannick Spissinger
Jossie Graumann
Raphael Baumann
Laura Wehrle
Jonas Christen
Frederik Unewisse
Leonie Rabe
Holger Körner
Felix Lahme
Fotos: Wetzel (15), Wohlmannstetter (4)

Aus sportlicher Sicht ragten insbesondere die Sprintwettbewerbe hervor. Über 60m Hürden der Männer kam es im Finale zum erwarteten Showdown zwischen Gregor Traber (LASV Tübingen) und Matthias Bühler (LG Offenburg). War das Rennen im Vorlauf noch ganz eng, kam der U20-Rekordhalter über 110m Hürden im Endlauf besser aus den Blöcken. In 7,74 sec zeigte er, dass ihm der Übergang zu den Männerhürden problemlos gelungen ist. Matthias Bühler wurde in 7,80 sec Zweiter. Auch über die Flachdistanz war für Spannung gesorgt. Bei den Männern siegte erwartungsgemäß „Heimkehrer“ Tobias Unter (VfB Stuttgart) in guten 6,74 sec vor seinem Vereinskollegen Alex Schaaf in 6,79 sec. Für Tobias Unger bedeutete das Platz zwei in der noch jungen DLV-Hallenbestenliste. 

Bei den Frauen stand das 60m-Finale ganz im Zeichen der Europameisterin Verena Sailer (MTG Mannheim). Nach langer Verletzungspause gelang ihr in Karlsruhe ein hervorragendes Comeback: Nach 7,33 sec im Vorlauf zeigte sie im Finale in 7,34 sec, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. Den Mannheimer Doppelsieg perfekt machte Anne Möllinger, die sich von 7,38 sec im Vorlauf auf 7,37 sec steigern konnte. Anne Möllinger nutzte die schnelle Bahn der Europahalle noch zu einem Formtest und lief im 200m-Vorlauf sehr gute 23,62 sec, verzichtete aber auf den Endlauf. 

Ähnlich erfolgreich und vorsichtig war ihr U20-Vereinskollege Patrick Domogala. Nach seinem ungefährdeten Sieg im 60m-Finale in 6,81 sec zeigte auch er im 200m-Vorlauf, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. In 21,39 sec lief er sich auch bei den Männern in die deutsche Spitze hinein. Einen weiteren Sprintsieg für die MTG Mannheim und damit für den LV Baden holte sich Petra Heininger, wenn auch nicht alleine. Im Finale der weiblichen Jugend U18 war sie nach Vor- und Zwischenlauf noch die Schnellste, musste sich im Finale nach 7,85 sec den Titel aber mit Sanja Miladinovic (VfL Kirchheim/Teck) teilen. 

U18-Landesmeisterin über 200m wurde Leonie Rabe (LG Kurpfalz) in 25,60 sec. Über 400m der Männer ging der Titel etwas überraschend an den BLV. Die Abwesenheit der besten Viertelmeiler nutzte Julian Heydgen (TV Konstanz) und ließ in 50,23 sec die komplette Konkurrenz hinter sich. Einen starken Auftritt über 60m Hürden zeigte Jonas Christen (TSG Niefern), der schon im Vorlauf in 7,98 sec der Konkurrenz weit enteilt war. Im Finale setzte er noch einen drauf und lief hervorragende 7,91 sec, mit denen er zu den Besten in Deutschland gehören wird.

Doch nicht nur in den Sprints, sondern auch in den technischen Wettbewerben gab es Landesmeisterehren für Akteure des BLV: Im Weitsprung der Frauen sorgte Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) für ein Ausrufezeichen. Die junge Athletin, die eigentlich im ersten Jahr bei der U20 startberechtigt ist, setzte alle vier gültigen Versuche über die sechs Meter Marke, doch ihr weitester flog sogar auf 6,30 m hinaus. Damit gehört sie jetzt schon zu den besten deutschen Weitspringerinnen, in ihrer Altersklasse ohnehin. Ihr Pendant bei den Männern war Julian Howard (LG Region Karlsruhe), der im fünften Versuch die Konkurrenz düpierte. Mit den 7,68 m aus den Versuchen drei und vier war Julian dem Führenden Stefan Köpf (LG Staufen) bis auf zwei Zentimeter auf die Pelle gerückt, doch die 7,82 m im fünften Anlauf konnte niemand mehr kontern. 
Bei der männlichen Jugend U18 ging der Weitsprungtitel an Raphael Baumann (LG Offenburg), der mit vier seiner Sprünge, den Wettkampf gewonnen hätte. Seine Siegesweite: 6,87 m. Bei den Jungs der Klasse U20 siegte Christopher Ullmann (ETSV Weil am Rhein) nach seiner Steigerung auf 7,02 m im fünften Versuch.

Gegen die Phalanx der württembergischen Konkurrenz konnte sich im U18-Stabhochsprung Yannick Spissinger (Rastatter TV) durchsetzen. Mit übersprungenen 4,00 m stand er bereits als Sieger fest, übersprang danach aber noch 4,20 m. Die neue Bestleistung von 4,40 m war an diesem Tag (noch) zu hoch für den vielseitigen Rastatter, der über 60m Hürden in 8,26 sec Dritter wurde. Das Kugelstoßen bei der weiblichen Jugend U18 ging an Laura Wehrle (LG Baar), die mit der neuen, „kleinen“ 3-Kilo-Kugel auf 15,21 m kam. Im Hochsprung der weiblichen Jugend U20 siegte Jossie Graumann (TV Konstanz) mit übersprungenen 1,79 m. Nach Ihren 1,75 m sah sie schon wie die sichere Siegerin aus, da ihre größte Konkurrentin mehr Fehlversuche hatte. Als diese jedoch die 1,77 m und 1,79m jeweils im ersten Versuch nahm, musste es bei der jungen Athletin vom Bodensee ebenfalls im ersten Versuch klappen – was ihr auch gelang. Die Goldmedaille war der Lohn für soviel Nervenstärke.
Im Hochsprung der Männer griff Favorit Sven Tarnowski erst ein, als alle anderen bereits aufgehört hatten. 2,07 m, 2,13 m und 2,18 m überwand der Mann vom Hochrhein im ersten Versuch, seine Siegeshöhe von 2,22 m im Zweiten. Das war eine Demonstration der Stärke und wir dürfen gespannt sein, welche Höhen Sven uns dieses Jahr noch anbietet. Im Dreisprung der Frauen steigerte sich Diana Klukas (TSG Weinheim) von Versuch zu Versuch und ließ die anderen Springerinnen immer weiter hinter sich. Am Ende hatte sie mit 12,48 m über 70 Zentimeter Vorsprung vor der Zweitplatzierten. Stark auch die 14,30 m im Dreisprung von U20-Sieger Felix Lahme (TV Eppingen), der ebenso ungefährdet gewann. 

Auf den Laufstrecken gab es ebenfalls eine ganze Reihe von guten Leistungen, wenn auch die Dominanz des WLV auf diesen Strecken deutlich spürbar war. Bei der weiblichen Jugend U20 siegte über 1500m nach packendem Kampf Hanna Hoss (LC Rothaus) in 4:46,59. Auch bei den Jungs der Altersklasse U18 war ein BLV-Akteur ganz vorne: Dennis Messmer (SV Hilzingen) ließ der Konkurrenz im Spurt keine Chance und siegte in guten 4:19,23 min. Bei der männlichen Jugend U20 konnte sich Frederick Unewisse (LG Region Karlsruhe) über 3000m behaupten. In 8:34,06 min lag er nach 15 Runden gut 20 Sekunden vor der Konkurrenz. Am Sonntag-Nachmittag ließen die 800m-Finals erwarten, zweimal mit gold-glänzendem Ausgang für den BLV. In der Klasse U18 machte Lara-Ann Schwede (PTSV Jahn Freiburg) von Beginn an Druck und siegte in guten 2:15,57 min. Holger Körner war in der Klasse U20 das Rennen zu langsam, weshalb er sich nach 500m an die Spitze setzte und diese bis zum Ziel nicht mehr abgab. Titelgewinn und 1:56,68 min waren der Lohn für den mutigen Antritt.

Bei den abschließenden Staffeln war bei den Frauen nach der Disqualifikation der schnellen MTG-Damen der Weg frei für die LG-Region Karlsruhe. In der Besetzung Jessica Schmütz, Cornelia Moll, Pia Gerstner und Larissa Kaufmann lief das Quartett die 4x200m in 1:40,60 min. Auch beim weiblichen Nachwuchs U20 kam die schnellste Staffel aus Baden. Hier lief die StG MTG Mannheim-LAZ Mosbach mit Jacqueline Otchere, Franziska Haas, Petra Heininger und Lisa Münzer in 1:42,30 min zum Titel. In der U18 siegte die LG Kurpfalz mit Leonie Rabe, Chantal Berg, Eileen Dudda und Hannah Mergenthaler in 1:43,10 min.

Frank Wetzel 


 
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