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Dienstag 01. März 2011  ::  22:48
BLV
Deutsche Jugendhallenmeisterschaften und Winterwurf

Doppelsieg für Patrick Domogala / Speerwurf-Gold für Janice Waldvogel

Leverkusen (19./20.02.) – Patrick Domogala ist der Sprint-König von Leverkusen. Bei den deutschen Jugendmeisterschaften in der Halle und im Winterwurf sicherte sich der Mannheimer knapp drei Wochen vor seinem 18. Geburtstag das Double über 60m und 200m. Zudem gab’s zusammen mit der Staffel noch Silber über 4x200m. Eine weitere Goldmedaille holte Janice Waldvogel vom TV Lenzkirch beim Speerwurf. Insgesamt holte der badische Nachwuchs drei Mal Gold, zwei Mal Silber und drei Mal Bronze.

Patrick Domogala konnte als zweifacher Titelträger jubeln.
Janice Waldvogel holte sich den Speerwurfsieg. [Fotos (2): pr]

Zwei Mal Gold und einmal Silber bekam Patrick Domogala umgehängt. In allen seinen Läufen stellte der Mannheimer seine Extraklasse unter Beweis. Im 60m-Vorlauf in 6,84 sec und im Zwischenlauf in exakt der gleichen Zeit zeigte er der Konkurrenz die Hacken und verbesserte seine persönliche Bestzeit. Im Finale konnte er dann sogar noch ein paar Körner zulegen und war schon nach der Hälfte der Strecke vorne. Im Ziel blieb dann die Uhr bei großartigen 6,79 sec stehen. "Unbeschreiblich, natürlich habe ich mit dem Titel geliebäugelt, aber man kann sich ja nie sicher sein. Zumal wir alle sehr dicht beieinander waren. Ich hatte aber auch schon viel in den Beinen mit den Vorläufen über 60 Meter, 200 Meter und der 4x200 Meter-Staffel. Jetzt schaue ich zum Hallenländerkampf und lasse mich überraschen, ob ich über 60 Meter oder 200 Meter nominiert werde. Die letzte Zeit mit Reisen nach Singapur und Japan war wirklich spannend und lehrreich. Im Sommer möchte ich jetzt erstmal gesund bleiben und dann zur U20-EM in Tallin."

Doch es sollte für den jungen MTG-Sprinter noch besser kommen. Am Sonntag stand das Finale über 200m an. In den Vorläufen hatte er am Samstag mit 21,65 sec schon die schnellste Zeit erzielt. Im ersten von zwei Finalläufen legte der Kölner Hendrik Schulz 21,78 vor. Und Patrick Domogala war im zweiten Lauf auf der Außenbahn auch schnell unterwegs. 21,37 !! – Eine Wahnsinnszeit, über die sich Patrick zurecht ausgiebig freuen konnte. „Ich habe an den zwei Tagen insgesamt sieben Läufe. Körperlich ist es nicht so ein großes Problem, aber es ist schwer, zwischen den Läufen mental die Spannung zu halten. In der zweiten Kurve habe ich schon gemerkt, dass die Zeit schnell wird. Bisher bin ich nur im Freien schneller gewesen, da liegt meine Bestzeit bei 21,33 Sekunden. In zwei Wochen steht der Hallen-Länderkampf auf dem Programm. Ein Start bei den Deutschen Meisterschaften nächste Woche ist bisher nicht geplant.“
Doch ausruhen durfte sich der Mannheimer noch nicht, denn es stand ja noch der Endlauf mit der Staffel an. Und auch hier kämpfte Patrick zusammen mit seinen Kollegen Fabian Manke-Reimers, Dennis Herdt und Colin Otchere um die Medaillen. Nachdem alle vier Staffeln fast gleichauf beim ersten Wechsel gewesen waren, war es Patrick Domogala, der dann schließlich auch sein Team auf Position zwei laufend in Führung brachte. Die Kölner waren den Mannheimern allerdings auf den Fersen, Berlin und Chemnitz folgten. Fast zeitgleich übergaben die beiden führenden Teams auf ihre Schlussläufer. Köln griff dann auf der Gegengeraden an und bog als Erster auf die Zielgerade ein. In 1:27,70 min machten die Kölner Jungs nach den Mädchen den doppelten Staffelerfolg für die Karnevalshochburg perfekt. Knapp dahinter stürmte Colin Otchere für das Mannheimer Quartett in 1:28,12 min als Vizemeister über die Ziellinie.

Nichts mit der erfolgreichen Titelverteidigung wurde es dagegen für Shanice Craft. Weder am Samstag beim Kugelstoßen in der Halle noch am Sonntag beim Diskuswerfen auf dem Sportplatz konnte die Mannheimerin ihre beiden Goldmedaillen aus dem Vorjahr wiederholen. Dabei schaffte sie beim Kugelstoßen aber trotzdem mit 15,74 m ein großartiges Ergebnis und eine neue persönliche Bestweite. Lena Urbaniak (Filstal; 15,99 m) und Kristin Zaumsegel (Jena; 15,76) waren aber ein Quäntchen besser, und so reichte es für die Mannheimerin nur zu Bronze. Am nächsten Tag sollte dann beim Diskuswerfen, der eigentlichen Paradisziplin von Shanice, der Titel folgen. Doch erneut waren zwei Werferinnen besser. Anna Rüh (Neubrandenburg) gewann mit 53,35 m vor Kristin Pudenz (Potsdam; 52,42 m). Shanice musste sich mit 50,98 m, die sie gleich im ersten Durchgang vorgelegt und mit denen sie bis zum fünften Versuch geführt hatte, begnügen und landete wiederum auf dem Bronzeplatz.

Eine weitere Bronzemedaille für die badischen Werfer hatte es am Samstag bei der männlichen B-Jugend durch Corsin Wörner gegeben. Dem Hammerwerfer von der LAG Obere Murg gelang gleich im ersten Durchgang mit 60,27 m ein Wurf über die 60m-Marke, womit die Teilnahme am Endkampf gesichert war. Auch sein Trainingskollege Oliver Toader-Tirichita (TV Gernsbach) hakte den Vorkampf bereits im ersten Durchgang ab. Mit 61,54 m gelang ihm eine neue Bestweite mit dem Fünf-Kilogramm-Hammer. Doch anschließend schaffte der Gernsbacher keinen gültigen Versuch mehr. Corsin Wörner dagegen steigerte sich im dritten Durchgang auf 61,41 m und mit seinem vierten Wurf sogar auf noch auf 61,72 m. Damit fing er den bis dahin Drittplatzierten Oliver Toader-Tirichita ab und setzte sich selbst auf den Bronzerang. 61,52 und 60,89 m brachten in den letzten beiden Durchgängen keine Verbesserung mehr, aber der dritte Platz und Bronze war dem LAG-Werfer damit sicher. Vierter wurde Oliver Toader-Tirichita.
Die letzte Entscheidung bei den Winterwurfmeisterschaften brachte das Speerwerfen der weiblichen A-Jugend. Laura Henkel (Potsdam) warf gleich im ersten Versuch 51,25 m und zog damit als Führende vor Janice Waldvogel (TV Lenzkirch) in das Finale ein. Dort war es allerdings die ein Jahr jüngere Janice, die im vorletzten Versuch noch einmal einen starken Versuch auspackte. Mit 53,65 m schob sie sich vor Laura Henkel, die auch im letzten Durchgang nicht mehr kontern konnte. Zweimal warf Janice Waldvogel über 50 m – einmal gelang dies Laura Henkel. Die Goldmedaille war der verdiente Lohn für die Schwarzwälderin.

„Am Anfang war es richtig schlecht, und ich hatte sogar Angst, dass ich gar nicht in den Endlauf komme. Aber im dritten Versuch kam dann zum Glück die Erlösung und dann ging es bergauf. Ich habe mich schon über die 50 Meter gefreut, und dann kamen sogar noch 53,65 Meter. Das ist eine neue Bestleistung, die lag davor bei 51,45 Meter. Dass ich gewonnen habe, kam schon ganz schön überraschend. Eigentlich war ja Laura Henkel die Favoritin“, bilanzierte Janice freudestrahlend nach dem Wettkampf.
Zu einem typischen Meisterschaftsrennen wurde das Finale über 800m der weiblichen B-Jugend. Als Zweite ihres Vorlaufs am Samstag hatte Felizitas Müller (2:11,44) souverän den Endlauf der besten Acht erreicht. Am Sonntag ging es dann relativ langsam los. Felizitas setzte sich nach der Hälfte der Strecke an die Spitze des Feldes. Die Favoritin, Lisa Ollesch aus Wattenscheid, ging mit, das Tempo wurde schneller. In der Schlussrunde zog die Wattenscheiderin auf der Gegengeraden vorbei und gewann in 2:10,39 min vor Felizitas Müller in 2:11,05.

Ralf Wohlmannstetter



Alle badischen Platzierten (1-8) in der Übersicht:
Gold:
MJA: 60m – Patrick Domogala (MTG Mannheim) 6,79 sec; 200m – Patrick Domogala (MTG Mannheim) 21,37 sec; WJA: Speerwurf – Janice Waldvogel (TV Lenzkirch) 53,65 m;
Silber:
MJA: 4x200m – StG MTG MA / SCL Heel BB (Fabian Manke-Reimers, Patrick Domogala, Dennis Herdt, Colin Otchere) 1:28,12 min; WJA: 800m – Felizitas Müller (TS Ottersdorf) 2:11,05 min;
Bronze:
MJB: Hammerwurf – Corsin Wörner (LAG Obere Murg) 61,72 m; WJA: Kugelstoß – Shanice Craft (MTG Mannheim) 15,74 m; Diskuswurf – Shanice Craft (MTG Mann heim) 50,98 m;
4. Platz:
MJB: Hammerwurf – Oliver Toader-Tirichita (TV Gernsbach) 61,54 m; WJA: Weitsprung – Malaika Mihambo (LG Kurpfalz) 6,07 m;
5. Platz:
WJA: 60m – Carina Frey (MTG Mannheim) 7,65 sec (ZL 7,56);
6. Platz:
MJA: 400m – Max Scheible (TuS Lörrach-Stetten) 49,93 sec (VL 49,84); 1500m – Steffen Hollstein (MTG Mannheim) 4:03,00 min; 3000m – Frederik Unewisse (LG Region Karlsruhe) 8:40,78 min; 60m Hürden – Jonas Christen (TSG Niefern) 8,18 sec (VL 8,12); Hammerwurf – Bastin Wörner (LAG Obere Murg) 56,65 m; WJA: 200m – Carina Frey (MTG Mannheim) 24,98 sec (VL 24,68); 800m – Ester Müller (TS Ottersdorf) 2:13,13 min;
7. Platz:
MJA: Kugelstoß – Bodo Göder (SR Yburg Steinbach) 16,83 m;
8. Platz:
WJA: 1500m – Fabienne Amrhein (MTG Mannheim) 4:33,45 min.

(rawo)


 
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