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Dienstag 14. September 2010  ::  23:54
Traditionsreicher Vergleich Baden – Elsass

Deutlicher Sieg für das Elsass / Badische Frauen Punktsieger

Lingolsheim (12.09.) – Es war ein Finale – in vieler Hinsicht. Zum traditionsreichen Ländervergleichskampf trafen sich die Mannschaften aus Baden und dem Elsass zum wiederholten Mal im Stadion von Lingolsheim bei Strasbourg. Die Atmosphäre stimmte, das Wetter glänzte von seiner besten Sonnenseite und die beiden Mannschaften kämpften mit viel Spaß, aber auch mit einer gesunden Portion Ehrgeiz um gute Leistungen und Punkte für ihr Team.

Die badische Mannschaft musste sich dieses Jahr dem Elsass geschlagen geben.
Deutscher Seniorenrekord M40: Andreas Schulze.
Ungewohntes Bild: Johanna Kedzierski gewinnt das Kugelstoßen.
Kristina Magnier konnte sich über den Hochsprungsieg freuen.
Hürdensprintsieger Patrick Spinner
200m-Doppelsieg: Larissa Kaufmann (re) und Janina Lehnkering (li)
Siegerehrung: Bernard Reibel, Melanie Motzenbäcker und Jerome Haeffler (v.li.)
[Fotos (7): Wohlmannstetter]

BLV-Vizepräsident und Sportwart Roland Frey hatte trotz vieler Absagen in der Vorwoche wieder eine Mannschaft aufgestellt, die dem gut sortierten Gastgeber Paroli bieten sollte. Für Roland war es ein Finale: Nach 15 Jahren als Teamleiter der badischen Mannschaft war es in diesem Jahr sein letzter Ländervergleichskampf gegen die Sportfreunde aus dem Elsass, denn Roland wird am 9. Oktober beim BLV-Verbandstag nicht mehr als Vizepräsident Sport kandidieren. Zahlreiche Athletinnen und Athleten hatten es sich daher nicht nehmen lassen, bei Rolands Finale dabei zu sein. „Ich hab zwar eigentlich die Saison schon beendet, aber für Roland Frey und die Mannschaft hab ich nochmals die Spikes angezogen“, hörte man des Öfteren.
Doch mit dem badischen Doppelsieg zum Abschied sollte es nichts werden: Die Elsässer waren an diesem Tag zu gut. Die badischen Frauen konnten den Vergleich zwar mit 92,5 zu 89,5 Punkten für sich entscheiden, aber die badischen Männer mussten mit 77,5 zu 101,5 Zählern eine deftige Niederlage einstecken. Im Gesamtklassement lag damit das Elsass mit 191 Punkten deutlich vor Baden (170).
Doch das tat der guten Laune weder im Stadion noch beim anschließenden gemeinsamen Abendessen in der Sporthalle Abbruch. Vor dem gewohnt guten Essen konnte im Beisein ungewohnt zahlreicher hochrangiger Vertreter aus dem elsässischen Sport und der Regionalpolitik die Siegerehrung durchgeführt werden. Melanie Motzenbäcker erhielt als Mannschaftsführerin der badischen Frauen den Pokal, während bei den Männern der im Badischen gut bekannte Elsässer Hammerwerfer Bernard Reibel sowohl den Pokal für den Männer-Sieg als auch für den Gesamt-Sieg einheimste. Für die beste Tagesleistung wurde mit Speerwerfer Jerome Haeffler ein EM-Teilnehmer von Barcelona für seine 73,03 m ausgezeichnet.
Zuvor hatte es während dem knapp vierstündigen Wettkampf aber auch einiges zu Jubeln für die badischen Athleten gegeben. Für viele war es das Saisonfinale, einige (Jugendliche) starten in zwei Wochen noch für ihren Kreis bei der Baden-Trophäe, andere wird man bis zu den Waldlaufmeisterschaften Mitte November nicht mehr sehen.
„Jetzt ist es Zeit die Saison zu beenden“ jubelte M40-Senior Andreas Schulze nach seinem 400m-Hürden-Glanzstück. In 54,72 sec belegte der Rastatter hinter dem Franzosen Guillaume Zekri (54,26) den zweiten Platz: Sein Jubel galt aber mehr der Tatsache, dass er mit dieser Zeit den deutschen M40-Rekord, bis dahin gehalten von Martin Bürkle aus dem Jahr 1997 in 54,86, um zwölf Hundertstel verbessern konnte.
Jubel gab es auch auf der Hochsprungmatte: Kristina Magnier vom LC Rothaus gewann den Frauen-Hochsprung und freute sich über ihre Höhe von 1,70 m. Ein strahlendes Gesicht sah man auch nach dem Kugelstoß-Wettkampf der Frauen: Denn die Siegerin mit der vier Kilogramm schweren Eisenkugel hieß Johanna Kedzierski. Ja, die „ehemalige“ Spintmaus von der MTG Mannheim schaffte starke 12,07 m und gewann damit vor ihren spezialisierten Teamkolleginnen den Wettbewerb und gegen Roland Frey eine Wette. „Ich kann 12 m stoßen“, hatte sie ihm vor dem Wettkampf versprochen. „Ich bin eben schnell“ hatte sie lachend nach dem Wettkampf auch gleich die Erklärung für ihren ungewöhnlichen Einsatz parat.
Das waren aber nicht die einzigen badischen Siege an diesem Tag. Larissa Kaufmann (LG Karlsruhe) entschied die 200m in 26,06 sec für sich und ihr Vereinskamerad Michael Kehr gewann über die gleiche Distanz bei den Männern in 22,75 sec. Michael Schnepf (VFB Gaggenau) war in 51,36 sec Schnellster über die 400m. Die Zwillinge Felizitas und Ester Müller (TS Ottersdorf) teilten sich die Siege auf den Mittelstrecken. Ester gewann in 2:15,93 min die 800m und Felizitas siegte sicher über 1500m in 4:40,59 min. Birgit Pfisterer (SG Walldorf Astoria) erwies sich über 3000m als die Schnellste in 10:42,80 min.
Patrick Spinner (LG Ortenau Nord) holte über 110m Hürden in 15,13 sec ebenso die volle Punktzahl wie Mareike Heinzen (MTG Mannheim) über 400m Hürden in 63,45 sec.
Matthias Knittel (TG Stockach) konnte sich zum Saisonende nochmals über 2,06 m und den Hochsprungsieg freuen. Stephan Maier (LG Hohenfels) gewann mit starken 4,61 m den Stabhochsprung. Anna Maiwald (TSG Baden Östringen) war beim Weitsprung mit 5,57 m nicht zu schlagen. Melanie Motzenbäcker (MTG Mannheim) war mit 53,91 m ihren Hammerwurf-Konkurrentinnen deutlich überlegen und Speerwerferin Gwendolyn Weber (LG Karlsruhe) glänze mit 48,49 m und einem fast Zehn-Meter-Vorsprung.
Den Wettkampf eröffnet hatten die Bahngeher. Ulrike Sander (SC Baden-Baden) holte über 3000m in 16:05,36 min die volle Punktzahl für Baden bei den Frauen und Carl Dohmann (SCL-Heel Baden-Baden) hatte über 5000m der Männer keine Probleme, in 23:58,49 min die Konkurrenz in Schach zu halten.
Bei den abschließenden Staffeln sah es dann leider nicht so gut für Baden aus. Beide Sprintstaffeln und auch die 4x400m-Staffel der Männer gingen an die Freunde aus dem Elsass. Lediglich die badischen Viertelmeilerinnen Verena Kaiser (SVK Beiertheim), Carolin Eichberger (MTG), Susanne Fendrich (LC Rothaus) und Larissa Kaufmann konnten sich in 3:57,47 min knapp durchsetzen.
Seit fast 90 Jahren besteht nunmehr schon dieser Vergleich gegen das Elsass. Seit 1990 ist der Autor dieses Berichts dabei. Und es war auch dieses Mal wieder eine Freude zuzuschauen, mit welcher Freude und welchem Einsatz die Athleten in der Einzelsportart Leichtathletik für die Mannschaft kämpften. In den nächsten Wochen werden sich die Verantwortlichen beider Verbände zusammen setzen, um über die Fortführung dieser Tradition zu sprechen. Für unseren Roland Frey war es ein gelungenes Finale, auch wenn es dieses Mal nicht zum Sieg reichte. Seinen herzlichen Dank sagte der scheidende Sportwart nach dem Wettkampf bei der Mannschaftszusammenkunft auf dem Rasen – und wir dürfen Roland Danke sagen für seine Arbeit und sein Engagement in den vergangenen 15 Jahren für diese schöne Tradition.

Ralf Wohlmannstetter


 
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