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Dienstag 29. September 2009  ::  21:37
Deutscher DJMM/DSMM-Endkampf in Mannheim

A-Schüler nutzen Heimvorteil / Fünf badische Mannschaften qualifiziert

Von:Sebastian Keinert

Mannheim (19./20.09.) – Die diesjährige Auflage der Deutschen Schüler- und Jugend-Mannschaftsmeisterschaften wurde im Stadion der MTG Mannheim ausgetragen. Der gastgebende Verein selbst hatte sich mit insgesamt vier Mannschaften in verschiedenen Startgemeinschaften mit Hegau, SCL-Heel Baden-Baden und LAZ Mosbach/Elztal für diesen Endkampf qualifiziert und man konnte hoffen, sich den Heimvorteil zunutze zu machen. Immerhin galt es, den letztjährigen Titelgewinn bei den Schülerinnen A zu verteidigen. Als fünftes badisches Team hatte auch die LG Kurpfalz in der Klasse der Schülerinnen ebenfalls die Nominierung für die Titelkämpfe geschafft.

Titelgewinn: Die Schüler aus Mannheim und Baden-Baden wurden deutscher Mannschaftsmeister.
Für die Schülerinnen der StG Mannheim/Mosbach gab’s Bronze.
Fotos: Keinert, Germann

Der Weg zu einem Endkampf der DSMM und DJMM ist lang. Um hierher zu kommen, muss man als Verein zu den nach Punkten acht besten Mannschaften gehören. Jetzt noch eine Medaille zu gewinnen stellt hohe Anforderungen, denn nur einzelne gute Leistungen innerhalb einer Mannschaft reichen bei dem gezeigten Leistungsniveau der jungen Sportler schon lange nicht mehr aus, um sich auf den vorderen Rängen zu platzieren. Hierzu bedarf es einer großen Basis an leistungsstarkem und vor allem leistungsbereitem Nachwuchs, der nur durch überdurchschnittliche Förderung im Verein gebildet werden kann.

Den erhofften Heimsieg holte sich schließlich die StG MTG Mannheim / SCL-Heel Baden-Baden in der Schülerklasse. Obwohl der letzte und vielleicht entscheidende Teilwettbewerb erst am Samstagnachmittag ausgetragen werden sollte, wurde ein großer Teil der für diesen Sieg nötigen Arbeit bereits am Morgen von den Diskuswerfern Stefan Stein und Daniele Fiorito erledigt. Ihre Scheiben landeten beide in der 700-Punkte-Region, eine Punktzahl, die kein anderer Schüler sonst erreichte. Danieles Diskus hatte die Erde bei 49,79 m wieder, 707 Punkte gab es dafür. Stephans Wurfgerät flog noch weiter und segelte mit 53,49 m (739 Punkte) deutlich über die 50m-Marke hinaus. Eine weitere Gutschrift in großer Höhe erhielt das Punktekonto im fast zeitgleich laufenden Weitsprungwettbewerb. Weite Sätze über 6,16 m bzw. 6,09 m von Jevgen Baranovskys und Florian Bayer brachten der Startgemeinschaft nochmals 608 bzw. 601 Punkte ein.

Eine Topleistung im Kugelstoßen durch Kim-Niclas Wagner mit dem 4kg-Gewicht, dessen 15,82 m (689 Punkte) eine Klasse für sich waren und den Berliner Tim Krause mit 15,01 damit deutlich auf den zweiten Rang verweisen, und ein weiterer Start von Stephan Stein (14,40 m) mit dem dritten Rang als Resultat verschafften weiteres Punkteplus gegenüber der Konkurrenz. Die Entscheidung brachte Konstantin Fliegel mit der besten Leistung im Hochsprung (1,80 m) und Daniele Fiorito im Speerwerfen (50,32 m), der bei seinem erneuten Start weitere 641 Punkte einheimste und sich auf Rang zwei platzierte.

Ganz gleich ob zu diesem Zeitpunkt noch die Staffeln zu laufen waren, stand der Sieger jetzt eigentlich schon fest. Neuer deutscher Schülermannschaftsmeister wurde die StG MTG MA / SCL Heel Baden-Baden mit 12.285 Punkten und deutlichem Vorsprung vor der LG Eintracht Frankfurt mit 11.977 Punkten.

Leider misslungen ist die Titelverteidigung der Schülerinnen. Trotz guter Einzelleistungen, unter anderem durch Madeleine Emmerich mit einem ersten Rang im Kugelstoßen (12,44 m) und einem dritten Rang im Diskus (31,91 m), oder der schnellsten gelaufenen Zeit von 2:19,56 min über die 800m durch Leonie Kiefer, konnte man den ersten Platz aus dem vergangenen Jahr nicht halten und musste sich mit Bronze zufrieden geben.

Nicht anders erging es dem kleineren Team der LG Kurpfalz. Wertvolle Punkte gab es zwar sowohl für einen zweiten und dritten Platz im Hochsprung durch ihre Topathleten Malaika Mihambo und Leonie Rabe, beide 1,68 m, als auch einen weiteren zweiten Platz für Malaika im Weitsprung (5,79 m). Gegen die starke Konkurrenz reichte dies aber nicht über den fünften Rang hinaus.
Als fleißigste Punktsammlerin in der weiblichen Jugend tat sich Shanice Craft hervor, die ihrer Mannschaft im Kugelstoßen (13,55 m) und Diskuswerfen (50,14 m) zwei erste Plätze und insgesamt 1280 Punkte bereitete. Bis auf Paola Schreyer (42,99 m), die in der gleichen Diskuskonkurrenz mit einem dritten Platz nochmals 618 Punkte einheimste, konnte sich jedoch keine ihrer Teamgefährtinnen auf diesen vorderen Rängen platzieren, was letzen Endes das Abschneiden mit Platz sechs ausmachte.

Deutlich besser aufgestellt präsentierten sich da wieder die männlichen Gegenstücke der Jugend A. Zum Auftakt liefen Patrick Domogala (10,75 sec) und Kai Florian Schwarz (11,05) über die 100m bereits flotte Zeiten, was Platz zwei und drei hieß und Patrick sogar zeitlich mit dem Wattenscheider Robin Erewa über die Ziellinie lief. Nicht anders zu erwarten war die haushohe Überlegenheit des U20-Europameisters im Speerwerfen, Andreas Hoffmann. Für 70,26 m gab es 763 Punkte. David Albert auf Rang drei forderte mit exakt 60 m dann weitere 703 Punkte ein. Tags drauf zeigte Andreas dann, dass er auch andere Wurfgeräte ganz gut im Griff hat und stellte sich zwei weitere Male im Kugelstoßen (16,58 m) und Diskuswerfen (42,20 m) der Konkurrenz. Das reichte zwar nicht für eine Platzierung wie im Speerwerfen aus, machten ihn jedoch auch in diesen Disziplinen zum erfolgreichsten Abgesandten seines Clubs.

Eine überraschende Spätzündung zum Jahresende vollzog sich bei Mittelstreckler Frederic Giloy. Über die 1000m am Samstag übernahm vom Start weg zunächst ein Duo gebildet aus Martin Bischoff (TV Wattenscheid) und Timo Hoberg (MTG Mannheim) die Führung, in dem Martin das Tempo machte. Frederic positionierte sich Kräfte sparend an der Spitze des Verfolgerfeldes und nutzte dann auf den letzten 100m seine Spurtfähigkeit aus, um seinen Vereinskollegen Timo noch abzufangen und den anderen Verfolgern zu entkommen. Bei 2:27,94 min blieben für ihn die Uhr stehen. Jetzt in Fahrt, setzte er die Jagd nach Zeiten am nächsten Tag über die 400m fort und knackte mit 49,48 sec die 50-Sekunden-Marke.

Letzte wichtige Punkte erkämpfte sich die StG MTG Mannheim – Hegau im Weitsprung und in der Staffel. Patrick Domogala ließ von Anfang an nichts anbrennen und klärte bereits im ersten Versuch mit 7,11 m und dem einzigen Sieben-Meter-Sprung in dieser Konkurrenz die Weitsprungkrone ab. In der abschließenden 4x100m-Staffel, die der Gastgeber in überlegenen 41,45 sec für sich entschied, führte er zusammen mit seinen drei Mitstreitern Jochen Hock, Dennis Herdt und Fabian Manke-Reimers seine Mannschaft letztlich zur Silbermedaille. Bei einem Endstand von 16.630 Punkten war das Ergebnis knapp, denn zum frisch gebackenen Meister TSV Bayer 04 Leverkusen fehlten gerade mal 30 Zähler.

Der DSMM/DJMM-Endkampf war ein voller Erfolg, nicht nur aus Sicht der erzielten Leistungen. Die MTG Mannheim hat sich bei der Organisation viel Mühe gemacht und sowohl den Athleten als auch den Zuschauern zwei schöne Wettkampftage präsentiert. Insbesondere bei den Schülerinnen konnte man beobachten, wie ausgeprägt der Mannschaftsgeist hier ist. Die gegenseitige Anfeuerung, teilweise nicht mehr als zehn Teenies, von einem ihrer Teamgefährten verursachte kurzzeitig einen Lärm, wie ihn eine vollbesetzte Tribüne nicht schafft. Gefeiert haben bei der abschließenden Siegerehrung alle und das Stadion wurde kurzzeitig zum großen Partyplatz zweckentfremdet.


 
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