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Montag 19. November 2007  ::  23:12
Fachwartetagung in der Sportschule Steinbach

Wichtige Informationen aus der gesamten Palette der badischen Leichtathletik

Von:Ralf Wohlmannstetter

Steinbach (17.11.) - Nach einigen Jahren Pause hatte der Badische Leichtathletik-Verband die Fachwarte aus den Kreisen und Bezirken wieder zu einer Fachwartetagung in die Sportschule Steinbach eingeladen. Dabei gab es viele neue Informationen für die Mitarbeiter an der Basis und zusammen mit den BLV-Fachwarten kam es zu interessanten Diskussionen.

Wichtige Informationen aus der gesamten Palette der badischen Leichtathletik gab es für die BLV-Mitarbeiter aus den Kreisen bei der Fachwartetagung in Steinbach.
Präsident Franz-Josef Eckstein, Vize Roland Frey und Vize Rolf Bader (v.re) bei der Diskussion im Plenum.
[Fotos (2): rawo]

Nach der allgemeinen Begrüßung durch BLV-Vizepräsident Sport, Roland Frey, ging BLV-Präsident Franz-Josef Eckstein zuerst auf neue personelle Situationen im BLV und der ARGE Baden-Württemberg ein. Zu beklagen hatte er in den letzten Wochen mit dem Rücktritt von BLV-Vizepräsident Breitensport, Rüdiger Kaminski, und BLV-Jugendwart Wolfgang Stöcklein den Verlust von gleich zwei Mitarbeitern des Präsidiums. Rüdiger Kaminski konnte durch gravierende Veränderungen in seinem persönlichen Umfeld schon seit Wochen die Aufgaben nicht mehr wahrnehmen, steht aber vorübergehend, falls es ihm möglich ist, noch für Termine beispielsweise in Südbaden zur Verfügung. Auch bei Wolfgang Stöcklein waren private Gründe ausschlaggebend, dass er den hohen zeitlichen Aufwand, den sein Amt gefordert hat, nicht mehr leisten konnte.

Im hauptamtlichen Bereich konnte Franz-Josef Eckstein vermelden, dass Lutz Klemm der ARGE als Wurftrainer am OSP Mannheim weiterhin, jetzt mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag, zur Verfügung stehen wird. In diesem Zusammenhang sprach er auch das Problem an, hochqualifizierte Trainer zu finden, was sich von DLV-Ebene bis nach unten durchzieht. Nur noch bis zum 31.12.2007 wird Dieter Voigt der ARGE angehören. Nach zwei Jahren als Leistungssportkoordinator in Baden-Württemberg wird er zum 01.02.2008 als Cheftrainer und Leistungssportkoordinator in seinen Heimatverband Nordrhein zurückkehren.

Weiterhin konnte der BLV-Präsident in der Leistungssportstruktur der BWLV einen Wandel von der zentralen Struktur hin zur dezentralen Struktur vermelden. Der neue Weg soll dazu führen, dass nicht alle Athleten zum Kadertraining in spezielle Zentren fahren müssen, sondern dass vor Ort Talente gefunden und gefördert werden sollen.

Der Leistungssport stand auch im Bericht von Roland Frey im Vordergrund. Er freute sich, ebenso wie zuvor schon Franz-Josef Eckstein, über die erfolgreiche Teilnahme von zwei badischen Athletinnen, Christina Obergföll und Johanna Kedzierski, an den Weltmeisterschaften in Osaka sowie über 24 Bundeskaderathleten. "Wir konnten die Anzahl unserer Topp-Athleten halten. Das sehe ich jedes Jahr, wenn ich schaue, welche Athletenportraits wir im Jahrbuch veröffentlichen", so der BLV-Vizepräsident Sport. Weiterhin berichtete er vom Vereinsmeeting der leistungssporttreibenden Vereine in BaWü, das im Vorfeld des World-Meetings in Stuttgart stattfand. Bedauerlich fand er allerdings, dass von 46 Vereinen nur fünf aus Baden dabei waren.

Pressewart Ralf Wohlmannstetter ging als Leiter der AG Öffentlichkeitsarbeit auf die derzeitige Hauptaufgabe, Herstellung des Jahrbuchs, und hier speziell auf die Problematik der Statistik ein. Besonders bedauerte er es, dass die Vereine erst jetzt zum Jahresende ihre Korrekturen und Ergänzungen melden, obwohl die Wettkämpfe bereits vor Monaten stattgefunden haben. Auch die oftmals mangelhafte Erstellung von Ergebnislisten, sei es die Differenzierung zwischen handgestoppten und elektronischen Zeiten oder die Problematik falscher Punkte bei Mehrkämpfen, führt zu einem erheblichen Mehraufwand in Geschäftsstelle und bei den Statistikern. Als positiv konnte er dagegen nach einem Jahr die 14-tägige Erscheinung von "BL" bewerten.

Da die Ausschreibungsbroschüre für 2008 nicht mehr gemeinsam von Baden und Württemberg herausgegeben werden soll, holte sich Roland Frey ein Meinungsbild bei den Anwesenden ein, ob die Broschüre auch "allein" hergestellt oder - wie in Württemberg - nur noch ins Internet eingestellt werden soll. Für beide Lösungen gab es Befürworter, die große Mehrheit stimmte allerdings für die Beibehaltung des kleinen Taschenbüchleins.

Positives vermelden konnte Dieter Roth, der badische Fachwart für Talentförderung, über die Leistungsentwicklung im Nachwuchsbereich. Er zeigte für die Altersklasse M/W15 eine Statistik über die zehn Erstplatzierten der BLV-Bestenliste der letzten zwölf Jahre. Bei den Jungs gab es wieder einen Aufwärtstrend gegenüber dem Jahrgang 1991 festzustellen. Von 320 möglichen Platzierungen in der DLV-Bestenliste wurden bei den Jungs 20 (= 6%) erreicht, bei den Mädchen sogar 26 (=8,13%). Das ist mehr als der Vergleich mit dem Bevölkerungsanteil, der für die Bewertungen, auch die finanziellen, zugrunde gelegt wird.

DMM-Wart Hubert Mickel konnte von ähnlichen Zahlen wie im Vorjahr berichten, musste aber bei den Jugendlichen Rückgänge vermelden. Dieter Wunsch berichtete kurz über das abgelaufene Jahr aus Sicht des Mehrkampfwartes und Seniorenwart Theodor Scheuerer bemängelte die oftmals fehlerhaften Qualileistungen bei den Meldungen zu Deutschen Seniorenmeisterschaften. Helmut Munz, BLV-Fachwart Gehen, ging kurz nochmals auf die Problematik der Meisterschaftstermine im Gehen ein und will sich demnächst zusammen mit Kampfrichterwart Peter Seiboth um die Gehrichter-Ausbildung kümmern.
Zum Abschluss des ersten Teils zeigte BLV-Vizepräsident Lehre, Rolf Bader, die veränderte Ausbildungsstruktur im BLV auf. Besonders wichtig war dabei die neue Einteilung bei der ersten Lizenzstufe, dem C-Trainer. Hier gibt es jetzt nicht nur den C-Trainer Leistungssport (LSP), sondern auch einen C-Trainer Breitensport (BSP) mit Schwerpunkt Kinderleichtathletik sowie einen C-Trainer Breitensport (BSP) mit Schwerpunkt Freizeitsport. Diese Unterscheidung gibt es auch bei der zweiten Lizenzstufe, dem B-Trainer. Der B-Trainer Breitensport wird allerdings nicht vom BLV fachspezifisch, sondern nur vom BSB (z.B. mit Schwerpunkt Rehabilitation) ausgebildet.

Bedauerlicherweise musste Rolf Bader insgesamt einen Rückgang der Trainerlehrgangs-Absolventen vermelden. "Einige melden sich an, steigen dann aber schon nach der ersten Woche aus. Auch die Durchfallquote bei den Prüfungen steigt", musste auch er auf die Problematik der Findung von qualifizierten Trainern verweisen. Als Schwerpunkt Ausbildungsoffensive kündigte Rolf Bader die Förderung des Nachwuchs-Leistungssports an.

Als Information vermeldete er zudem, dass es die gemeinsame BW-Aus- und Fortbildungsbroschüre in der bisherigen Form für 2008 nicht mehr geben wird, sondern nur noch ein kleiner Flyer erstellt und alles Im Internet auf den Seiten der beiden Verbände veröffentlicht werden wird.
Nach der Mittagspause nahm die Mitarbeiter-Gewinnung im Nachwuchsbereich einen separaten Raum ein, insbesondere im Bereich der BLV-Jugend, weil derzeit die Funktionen im BLJA nicht ausreichend besetzt sind. Die Kreisvertreter wurden aufgerufen mitzuwirken, geeignete Personen in diesem Bereich zu gewinnen.

Danach ging es in die Gruppenarbeit, die getrennt wurde in Sport- und Wettkampfwesen, Breitensport und Lehrwesen.

Die Gruppe "Sport" beschäftigte sich hauptsächlich mit den beiden Themen "Seltec Wettkampfprogramm" und "Neues aus dem Kampfrichterwesen".

Besonders zu Seltec war der Informationswunsch der Anwesenden sehr ausgeprägt. Host Kistner, in diesem Jahr berufener BLV-Fachwart für EDV, informierte über die gewonnenen Erkenntnisse aus der Praxis mit dem Wettkampfprogramm und dessen Verbesserungen. Nach der ersten Veranstaltung in der Halle wurden die Schwachstellen behoben. Seither läuft das Programm "Stadion" nach seinen Worten zu 99 Prozent stabil. Er berichtete auch vom Anwendertreffen in den Räumen des DLV in Darmstadt.
Anhand des Demo-Programms zeigte Kistner einige Funktionen, z.B. wie aus der Athletendatenbank gemeldet wird. Weitere Fragen wie "Wo kann man das Programm herunterladen?", "Welches Paket brauchen wir?", "Wie sind die Kosten?", "Wie funktioniert die Lizenzvergabe?" und Anwenderhilfen konnten abgehandelt werden. Auch werden derzeit wieder Schulungen zu Seltec angeboten, zu denen sich die Kreis- und Vereinsmitarbeiter dringend anmelden sollen.

BLV-Kampfrichterwart Peter Seiboth konnte über die Neugründung der Kampfrichter AG in Baden-Württemberg berichten. Wilfried Pletschen, Mitglied dieser AG, berichtete über das Lehrwesen im Kampfrichterbereich. Ziel ist es, so Pletschen, eine einheitliche Ausbildung in BaWü auf hohem Niveau zu erreichen. Es soll ein zentraler und dezentraler Lehrstab eingerichtet werden, wobei derzeit die dezentrale Ausbildung favorisiert wird. Wünschenswert ist, eine Durchmischung der Referenten sowie ein gegenseitiger Austausch der regionalen Lehrteams. Die Kampfrichterlehrgänge sollen in den Kreisen verbleiben, die Schiedsrichterlehrgänge dagegen überregional durchgeführt werden.

Peter Seiboth berichtete über zahlreiche Neuerungen im internationalen Regelwerk, die teilweise bei den Anwesenden für Verwunderung sorgten. Die Regeländerungen werden in BL und auf der BLV-Homepage veröffentlicht.

In der Gruppe "Breitensport" konnte Heinz Scharmann als Fachwart für Volks- und Straßenläufe berichten, dass die Anzahl der Straßenläufe kontinuierlich zunimmt und in diesem Jahr die Zahl von 150 überschritten hat. Die Gesamtzahl der Teilnehmer blieb in etwa gleich, so dass die Anzahl pro Lauf zurückgegangen ist. Die Terminabstimmung erfolgt jedes Jahr Mitte Oktober für das Folgejahr. Leider nimmt die Zahl der verspäteten Anmeldungen immer mehr zu und in Einzelfällen wird erst Mitte Oktober der Antrag eingereicht. Dies erschwert die Terminabstimmung und führt gleichzeitig zu einem erheblichen Mehraufwand. Alle veranstaltenden Vereine werden daher gebeten, den Meldetermin einzuhalten. Sollte in 2008 keine Besserung eintreten, muss über eine Verzugsgebühr nachgedacht werden. Weiterhin ist zu beachten, dass die Kreisvorsitzenden für die Verbandsaufsicht in ihrem Kreis verantwortlich sind, sofern kein BLV-Vertreter anwesend sein kann.

Positives konnte BLV-Seniorenwart Theodor Scheuerer über die Bergläufer vermelden, die ihre Veranstaltungen sehr gut im Griff haben, d.h. die Vorbereitungen auf die Veranstaltungen und die Organisation klappen reibungslos. Im übrigen weist Scheurer darauf hin, dass auf Grund der demographischen Entwicklung der Seniorensport immer mehr an Bedeutung zunehmen wird. Es ist daher notwendig, vermehrt auf die Wünsche und Besonderheiten der Senioren einzugehen. Die Zusammenarbeit und der Informationsfluss mit dem DLV klappt reibungslos.

Günter Hofacker berichtete für die Walking- und Lauftreffs, dass die Laufbewegung ihren Höhepunkt anscheinend bereits überschritten hat, während die Walkingtreffs auf hohem Niveau stagnieren. Mit zur Zeit 660 Lauftreffs liegt Baden bundesweit klar an der Spitze. Das Wichtigste im Walking ist eine gute Ausbildung. Hier gab es in der Vergangenheit schwerpunktmäßig eine Verlagerung von den Vereinen hin zu den Sportschulen. Weiter findet noch Ausbildung an den Hochschulen und Olympiastützpunkten statt. Für 2008 ist vorgesehen, in Zusammenarbeit mit dem DLV einen Walking-Day zu veranstalten, wobei die Stadt hierfür noch nicht festgelegt ist. Freiburg und Karlsruhe sind in der engeren Wahl.
Wieder zurück im Plenum wurden die Ergebnisse der Gruppen Sport (Frey), Lehre (Bader) und Breitensport (Eckstein) vorgestellt.

Als Fazit konnte gezogen werden, dass diesem Teilnehmerbereich seit langem wieder Informationen aus der gesamten Palette der badischen Leichtathletik nahe gebracht wurden. Die Teilnehmer sprachen sich dafür aus, die Fachwartetagung in Zukunft wieder jährlich durchzuführen.


 
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