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Dienstag 25. Juli 2006  ::  21:25

Die Sportorganisationen leben von den Toto-Lotto-Mitteln

Von:Torsten Schnittker (LSV)

In der aktuellen Berichterstattung über ein mögliches Verbot privater Sportwettenanbieter wird der Eindruck erweckt, diese Unternehmen, insbesondere "betandwin", seien ein Rückgrat der Sportförderung, sowohl im Spitzen- als auch im Breitensport. Die Abhängigkeit der Vereine sei inzwischen so groß, dass ein Verbot der privaten Anbieter den Sport in seinem Fortbestand gefährden würde.

Das ist ein Irrtum!

Der Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) als Dachorganisation des baden-württembergischen Sports erklärt dazu folgendes: Die Förderung durch diese privaten Unternehmen erfolgen lediglich punktuell im professionellen Sport, und zwar dort, wo auch die wirtschaftlichen Interessen der Anbieter liegen. Die Förderung durch Toto-Lotto-Mittel von bundesweit jährlich 500 Millionen Euro kommen hingegen Spitzensportlern ebenso zugute wie Hobby- und Breitensportlern und allen Sportvereinen.

Sportförderung in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg fließt der Reinerlös aus den staatlichen Wetten und Lotterien zu einem großen Teil in den so genannten Wettmittelfonds des Landes, der zweckgebunden für die gesellschaftlichen Bereiche Sport, Kunst und Kultur, Denkmalpflege sowie für soziale Projekte verwendet wird. Im Jahr 2005 betrug der Wettmittelfonds rund 130 Millionen Euro. Für die Sportorganisation stand davon etwa 59 Mio. Euro zur Verfügung.
In Baden-Württemberg gibt es heute 11.289 Turn- und Sportvereine mit mehr als 3,7 Millionen Mitgliedern und einem breit gefächerten Angebot an sportlichen Aktivitäten. Diese beeindruckende Bilanz wäre ohne die Zweckertragsförderung aus Toto-Lotto-Mitteln nicht möglich gewesen. Denn allein der so genannte Breitensport wird mit rund 40 Millionen Euro pro Jahr gefördert.
Kontinuität und Berechenbarkeit dieses Finanzierungssystems erlauben die für die Sportselbstverwaltung notwendigen längerfristigen Planungen und weisen das Land bis heute als verlässlichen Partner der Sportorganisation aus.
Mit Lotterieerträgen werden Übungsleiter, Trainer, Schieds- und Kampfrichter des LSV ausgebildet. Tausende nehmen jährlich an den Fortbildungsprogrammen in den Sportschulen und verbandseigenen Schulungsstätten teil und sorgen für ein lebendiges Vereinsleben. Weitere wichtige Förderbereiche sind der Breiten- und Freizeitsport, der Gesundheitssport, der Behinderten- und Rehabilitationssport und die Kooperation Schule und Verein.
Auch die Leistungssportförderung erfolgt durch Toto-Lotto-Mittel. Die Sportstätten-Infrastruktur für Spitzensportler und Talente bietet mit den vier Olympiastützpunkten in Freiburg/Schwarzwald, Rhein-Neckar (Heidelberg), Stuttgart und Tauberbischofsheim, den Regionalen Spitzensportzentren (RSZ) und den Sportinternaten optimale Trainingsbedingungen. Hier werden über die Zweckertragsförderung die Betriebskosten der Einrichtungen, Trainervergütungen und Aufwendungen für Partnerschulprogramme übernommen.

Aktuelle Beispiele der Förderung der Amateursportvereine

Für den Vereinssportstättenbau gab es im Jahr 2005 12 Millionen Euro aus den Toto-Lotto-Mitteln.
Für die Bezuschussung der lizenzierten Übungsleiter erhielten die Sportvereine ebenfalls 12 Millionen Euro.
Die Aus- und Fortbildung der Übungsleiter, Trainer, Schieds- und Kampfrichter wurde mit 7,5 Millionen Euro unterstützt.
Auf den Leistungssport in den Sportvereinen und Sportfachverbänden entfielen 11,8 Millionen Euro.

Sportförderung durch die "Glücksspirale"

Ebenso ist die "GlücksSpirale", die ursprünglich zur Unterstützung des Sportstättenbaus für die Olympischen Sommerspiele 1972 in München gegründet wurde, nicht unerheblich an der Förderung des Breiten- und Spitzensports beteiligt. Ihr Reinerlös kommt zu gleichen Teilen dem jetzigen Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB), der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und dem Land für Umwelt- und Naturschutzprojekte zugute. Rund 2,8 Millionen Euro flossen im Jahr 2005 an den damaligen Deutschen Sportbund (DSB), der diese Gelder nach einem Schlüssel an die 16 Landessportbünde, die Stiftung Deutsche Sporthilfe und an das ehemalige Nationale Olympische Komitee (NOK) vergab.


 
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