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Montag 27. Februar 2006  ::  20:03

DHM Karlsruhe / Goldmedaille für Kirsten Bolm / Johanna Kedzierski zweifache Vizemeisterin

Von:Björn Maier

Ralf Bartels stößt sich mit 21,43 m auf Platz zwei in der Welt / Ruwen Faller schafft WM-Norm / Neuer deutscher Staffelrekord durch TV Wattenscheid

Karlsruhe (25./26.02.) - Mehr als 6300 Zuschauer fanden an zwei Tagen den Weg in die Karlsruher Europahalle zu den Deutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten. Sechs Medaillen für Baden, dabei herausragend der Titel von Kirsten Bolm über 60m Hürden in 7,94 sec. Der Sieg der Mannheimerin wurde neben dem Stabhochsprung-Gewinn von Tim Lobinger (ASV Köln / 5,80 m), zur wertvollsten Leistung der Veranstaltung gewählt.

Da konnte Präsident Franz-Josef Eckstein am Ende der Veranstaltung ein mehr als positives Fazit ziehen: "Wir haben organisatorisch die Herausforderung geschafft und wir haben uns als sportlich erfolgreiche Gastgeber präsentiert. Vor allem die Aushängeschilder waren präsent." Ähnlich sprach sich auch Sportwart BLV-Vize Roland Frei aus: "Unsere potentiellen Medaillenkandidaten haben gestochen. Es ist eine unsere besten Bilanzen bei Deutschen Hallenmeisterschaften in den letzten Jahren." Neben dem Lob an die Geschäftsstelle sprach er auch der Organisation von Elisabeth Päßler ein Sonderlob aus: "Wir waren gegenüber den Süddeutschen Meisterschaften letztes Jahr jetzt wirklich top."

Aus nationaler Sicht konnte am Samstag neben Kirsten Bolm und der Kugelstoßsiegerin Petra Lammert (19,25 m/ SC Neubrandenburg) vor allem Ralf Bartels überzeugen. Der Neubrandenburger Clubkollege von Lammert stieß im letzten Versuch 21,43 m und setzte sich damit an die zweite Stelle der Weltjahresbestenliste. Dazu kamen noch einige neue "Normerfüller" für die Hallen-Weltmeisterschaften in Moskau. Darunter auch der ehemalige Badener Ruwen Faller (SC Magdeburg), der mit neuer persönlicher Hallenbestzeit von 46,53 sec die 400m gewann. Gut präsentierte sich auch wieder Tobias Unger (LAZ Salamander Kornwestheim), der souverän mit 20,79 sec über 200m siegte.
Von außen betrachtet war es ein klarer Favoritensieg, den Kirsten Bolm über die 60m Hürden feierte. Sie dominierte schon den Vorlauf mit 7,99 sec und auch im Endlauf wurde sie mit 7,94 ihrer Favoritenstellung gerecht. Sie stellte ihre Jahresbestleistung ein und hielt die Konkurrenz - allen voran Judith Ritz (LAZ Leipzig) - auf Distanz.

Allerdings war es für die Vierte der Weltmeisterschaften in Helsinki nicht ganz so einfach, wie sie selbst sagte: "Am Start war ich ein bisschen wacklig. Ich war zehn Tage krank. Im Ziel ist es mir etwas schwarz vor den Augen geworden. Der Kreislauf macht mir noch Probleme."

Optimistischer dagegen ihr Ausblick für den Wettkampf in Moskau für den sie Heim- und Bundestrainer Rüdiger Harksen natürlich nominierte: "Bis zur Hallen-WM werde ich mein Training mit Schwerpunkt Schnelligkeit fortsetzten und sehen was passiert." Aber sowohl Trainer als auch Athletin betonten: "Kirsten ist keine Hallenspezialistin" und: "Mein Fokus geht ganz klar in Richtung Göteborg, Moskau ist dabei nur eine - wenn auch wichtige - Zwischenstation."

Im Hochsprung der Männer konnten nur zwei der drei gemeldeten badischen Teilnehmer antreten. Der ehemalige U18-Weltmeister Martin Günter aus Wehr war kurzfristig erkrankt. Dafür lief es für Bolm's Vereinskamerad Stefan Häfner gut. Er schaffte jede Höhe im ersten Versuch und lag bis zu 2,18 m vor dem späteren Sieger Roman Fricke, der diese 2,18 erst im dritten versuch schaffte. Drei Versuche über die Höhe von 2,22 m führten für den Mannheimer aber nicht zum Erfolg. Den letzten Sprung riss der neue deutsche Vizemeister dabei nur denkbar knapp und machte seinem Ärger mit einer sehenswerten Schraube auf der Matte Luft. Fricke kam über die 2,22 m und beendete dann den Wettkampf. Auf den sechsten Rang mit übersprungenen 2,10 m kam Timo Kern vom PTSV Jahn Freiburg.

Medaille Nummer drei für Baden ließ dann im Gehen wieder ein ganz junger Mann folgen. Michael Krause von der LG Offenburg ging über die 5000m hinter dem großen Favoriten André Höhne (SCC Berlin) und Jan Albrecht (Erfurter LAC) ein unauffälliges aber schnelles Rennen und erreichte mit neuer Jahresbestleistung von 20:08,33 min als Dritter das Ziel.
Ebenfalls den dritten Rang erreichte Maja Landmann im 3000m Gehen. Die Neu-Freiburgerin konnte das Feld hinter den beiden Potsdamer Melanie Seeger und Sabine Zimmer beherrschen und kam nach 13:20,21 min ins Ziel. Auf den achten Rang in diesem Rennen kam Ulrike Sander (SCL Heel Baden-Baden) in 15:16,43.

Im Kampf um den dritten Platz mischte lange mit dem Offenburger Fabian Voizard ein weiterer Badener mit. Der Dreispringer zeigte einen beständigen Wettkampf und erreichte mit 15,41 m letztlich den fünften Rang. Gut vierzig Zentimeter fehlten ihm am Ende zu einem Platz auf dem Treppchen.
Ein silberner Streif durchzog für Baden dann am zweiten Tag die Halle. Johanna Kedzierski (MTG) hatte mit einem sensationellen 200m-Lauf von 23,41 sec nach dem Vorlauf die Spitzenposition in der deutschen Bestenliste übernommen. Im Finale ging es dann gegen drei arrivierte Sprinterinnen: 60m-Meisterin Marion Wanger, Esther Möller und Favoritin Birgit Rockmeier.

In diesem Duell Erfahrung gegen Jugend ging Rockmeier ab dem Start sehr schnell an und konnte die Führung bis auf die Zielgerade behalten. Nach rund 150m schob sich die Mannheimerin dann aber näher an die Dortmunderin heran. Im Ziel fehlten Johanna nur wenige Zentimeter zum ersten Meistertitel bei den Erwachsenen. 23,38 zu 23,42 sec ging das Duell aus. Für Kedzierski - die im Ziel von ihren Vereinskolleginnen Bolm und Möllinger in Empfang genommen wurde - eine tolle Bestätigung ihrer Vorleistung.

Eine fröhliche Vizemeisterin meinte danach: "Ich hatte schon eine Steigerung in den 60er-Bereich erwartet, aber 23,41 sec sind schon absolut top. Ich bin froh, dass ich das auch noch mal bestätigen konnte im Finale." Weiter meinte die sympathische Athletin: "Der Blick geht natürlich jetzt auch ins Freie, da möchte ich diese Leistung bestätigen und vielleicht auch in Richtung Göteborg blicken."

Zuvor hatte Anne Möllinger die Sprintklasse der Mannheimerinnen schon unter Beweis gestellt. Bis ins Finale über 60m hatte sie sich vorgeschoben und nach einem etwas verhaltenen Start hatte sie sich im Mittelteil der Strecke nach vorne gearbeitet. Am Ende kam sie in 7,44 sec ins Ziel und lag mit neuer Saisonbestleistung nur sechs Hundertstel hinter dem bronzen Rang. Johanna Kedzierski hatte nach 7,44 im Zwischenlauf wegen dem anstehenden 200m-Endlauf auf das 60m-Finale verzichtet.
Eine weitere Silbermedaille gab es dann für Kedzierski und Möllinger zusammen mit Sabine Sippelt und Julia Müller-Foell über 4x200m. Die Mannheimerinnen konnten zwar in 1:35:98 min ihren Staffel-Titel nicht verteidigen, gewannen aber ihren Zeitlauf und überstanden beim dritten Wechsel auch eine wacklige Situation. Im zweiten Zeitlauf sicherte sich die favorisierte LG Weserbergland dann die Meisterschaft.

Einer der Höhepunkte am Sonntag war ein neuer deutscher Hallenrekord für Vereinsstaffeln über 4x200m durch die Formation des TV Wattenscheid in 1:23,98 min. Die Männerstaffel der MTG Mannheim hatte sich ebenfalls für die drei Zeitendläufe qualifiziert und konnte sich im Finale noch einmal steigern. Mit 1:27,98 min kamen sie auf den sechsten Platz. Den fünften Platz in der abschließenden 4x400m-Staffel erreichte die LG Karlsruhe in 3:20,70 min.

Bei den Männern hatte mit Ernest Osei von LG/USC Heidelberg ebenfalls ein Vertreter eines badischen Vereines das Finale im 60m-Sprint erreicht. Mit 6,89 sec (VL 6,85) kam er aber nur auf den achten Rang.
Im Hochsprung kam Annabella Scherer von der LG Hohenfels auf den geteilten siebten Rang. Sie übersprang 1,75 m im dritten Versuch, ehe sie dreimal an 1,80 scheiterte.
Alle Ergebnisse und vieles mehr gibt es im Internet unter www.leichtathletik.de.


 
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