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Dienstag 10. Januar 2006  ::  12:21

Neue Wettkampfregeln 2006-4 (Stoß- und Wurfwettbewerbe)

Auf zur letzten Runde der Regeländerungen 2006. Hier geht es nun um die Wurf- und Stoßwettbewerbe.

Regel 187.2 – Stoß- und Wurfwettbewerbe

Mit nachstehender Ausnahme müssen alle Wettkampfgeräte vom Organisationskomitee (Veranstalter) bereitgestellt werden.
Die Technischen Delegierten können, gestützt auf die einschlägigen Bestimmungen zu jeder Veranstaltung, den Wettkämpfern erlauben, ihre eigenen oder die von einem Lieferanten bereitgestellten Geräte zu benutzen, vorausgesetzt, diese Geräte sind IAAF zertifiziert, geprüft und markiert, so wie dies das Organisationskomitee (Veranstalter) vor der Veranstaltung festlegte. Sie sind allen Wettkämpfern zur Verfügung zu stellen. Ist das gleiche Modell bereits in der vom Organisationskomitee (Veranstalter) erstellten Liste aufgeführt, werden eigene Geräte nicht akzeptiert.


Regel 187.4 – Stoß- und Wurfwettbewerbe

a) Hilfsmittel irgendwelcher Art sind nicht zulässig, z.B.: Das Zusammenbinden von zwei oder mehreren Fingern oder das Benutzen von Gewichten, die am Körper befestigt sind, und die den Wettkämpfer beim Versuch in irgendeiner Weise unterstützen.

b) Handschuhe dürfen nicht benutzt werden, ausgenommen beim Hammerwurf. In diesem Fall müssen die Handschuhe auf der Ober- und Unterseite glatt und die Fingerspitzen der Handschuhe, mit Ausnahme des Daumens, abgeschnitten sein.

g) Ein Wettkämpfer kann anderen Schutz am Körper tragen, z.B. Kniestützen, vorausgesetzt dieser Schutz ist von der IAAF aus medizinischen Gründen genehmigt.  


Regel 187.5 – Stoß- und Wurfwettbewerbe

Der Kreisring muss aus Bandeisen, Stahl oder anderem geeigneten Material gefertigt sein, dessen Oberseite gleich hoch mit dem ihn umgebenen Boden außerhalb davon sein muss. Der Boden rund um den Kreisring kann entweder betoniert, oder aus synthetischem Material oder asphaltiert sein. Das Innere des Stoß-/Wurfkreises kann betoniert, asphaltiert oder aus irgendeinem anderen festen, nicht rutschigen Material sein. Die Oberfläche des Kreisinneren muss eben sein und 1,4 - 2,6 cm tiefer liegen als die Oberseite des Kreisringes.

Damit wird festgelegt, dass kein Grass oder weicher Boden direkt an den Kreisring anschließen darf.


Regel 187.8 – Stoß- und Wurfwettbewerbe

Der Wettkämpfer darf weder in den Stoß-/Wurfkreis noch auf seine Schuhe irgendeine Substanz sprühen oder auftragen oder die Oberfläche des Kreises aufrauen.

Scheinbar war das Sprühen zu wenig. Es sind welche auf die Idee mit dem Schleifen gekommen.
Zur Erinnerung: Das heißt auch, dass kein Wasser in den Ring geschüttet werden darf.


Regel 187.14 – Stoß- und Wurfwettbewerbe

Anmerkung:
Es wird nicht als Fehlversuch gewertet, wenn der Diskus oder irgendein Teil des Hammers nach dem Abwurf am Schutzgitter anschlägt, vorausgesetzt, es ist nicht gegen eine andere Bestimmung verstoßen worden.

Bisher ist schon so verfahren worden. Dies ist jetzt in der Regel klargestellt.


Regel 187.16 – Stoß- und Wurfwettbewerbe

Es ist ein Fehlversuch, wenn die Kugel, der Diskus, der Hammerkopf oder die Spitze des Speers beim ersten Kontakt mit dem Boden die Sektorlinien (die innere Kante davon) oder den Boden außerhalb davon berührt.

Am Fehlversuch hat sich nichts geändert. Die Formulierung wurde nur von gültigem Versuch in Fehlversuch geändert.


Regel 188.3 – Kugelstoß

Abmessungen. Der Stoßbalken ist 11,2 bis 30 cm breit (siehe Zeichnungen), mit einer Profilsehne von 1,21 m (± 0,01 m), bezogen auf den Kreisbogen des Stoßkreises und ist 10 cm (± 0,2 cm) hoch, bezogen auf das Niveau der Kreisinnenfläche.
Die frühere Länge von 1,15 m konnte nicht eingehalten werden, wenn die Breite 11,2 cm und 30 cm sein sollte.






Regel 190.1 – Diskusschutzgitter

Alle Diskuswürfe müssen aus einer Umzäunung oder einem Schutzgitter heraus ausgeführt werden, um die Sicherheit der Zuschauer, der Offiziellen und der Wettkämpfer zu gewährleisten. Das hier beschriebene Schutzgitter ist vorzusehen, wenn der Wettkampf innerhalb einer Leichtathletikanlage durchgeführt wird und dort gleichzeitig andere Wettbewerbe statt finden oder wenn der Wettkampf außerhalb einer Leichtathletikanlage stattfindet und dabei Zuschauer anwesend sind. Wo das nicht zutrifft, insbesondere auf Trainingsplätzen, kann eine einfachere Konstruktion genügen. Auf entsprechende Anfrage sind dazu Ratschläge von den nationalen Verbänden oder von dem IAAF-Büro erhältlich.

Mit dieser Änderung ist das beschriebene Schutzgitter auch außerhalb der Leichtathletikanlage einzusetzen, wenn Zuschauer dabei sind. Die Sicherheitsanforderungen wurden verschärft.


Regel 190.3 – Diskusschutzgitter

Anmerkung 3:
Insbesondere die Seite des Schutzgitters entlang der Laufbahn kann verlängert und/oder in der Höhe vergrößert werden, sodass für Wettkämpfer auf der angrenzenden Laufbahn während eines Diskuswettkampfes der größtmögliche Schutz gewährleistet ist.

Falls es aus Schutzgründen notwendig ist, kann das Schutzgitter zur Laufbahn hin höher und länger sein.


Regel 190.4 – Diskusschutzgitter

Das Netz des Schutzgitters kann aus geeigneter Schnur, die aus natürlicher oder synthetischer Faser besteht, oder aus mäßig bis hoch dehnbarem Stahldraht gefertigt sein. Die maximale Maschengröße muss bei Schnurnetzen 44 mm und bei Drahtnetzen 50 mm betragen.
Anmerkung:
Weitere Spezifikationen zum Netz und dem Verfahren der Sicherheitsinspektion sind in dem »IAAF Track and Field Facilities Manuel« enthalten.
Bzgl. den Einzelheiten zur Prüfung der Sicherheit ist auf das IAAF Track and Field Facilities Manuel Bezug genommen.


Regel 191.2 – Hammerwurf

Es ist kein Fehlversuch, wenn der Hammerkopf beim Schwungholen oder Drehen den Boden innerhalb oder außerhalb des Wurfkreises oder die Oberseite des Kreisrings berührt. Der Wettkämpfer kann den Versuch abbrechen und den Wurf neu beginnen, vorausgesetzt es ist dabei keine andere Bestimmung verletzt worden.

Jetzt ist auch zulässig den Versuch abzubrechen und neu zu beginnen, vorausgesetzt es ist kein anderer Regelverstoß begangen worden, z.B. Berühren der Oberseite des Kreisrings, Ablauf der Zeit.


Regel 191.7 – Hammerwurf

Handgriff. Der Handgriff kann entweder aus einem Stück oder als einfache oder doppelte Schlinge geformt sein, muss aber starr sein und darf keine Art von Scharniergelenken haben. Er darf sich während des Wurfs nicht merklich dehnen. Er muss so am Draht befestigt sein, dass er sich in dessen Öse nicht aufdrehen kann, um die Gesamtlänge des Hammers nicht zu vergrößern.
Der Handgriff kann einen gebogenen oder geraden Griff haben, der innen maximal 130 mm breit und maximal 110 mm lang ist.
Die Mindestbruchfestigkeit des Hammergriffs muss 8 kN (800 kp) betragen. Die Seiten des Handgriffs können gerade oder, wo sie am Griff befestigt sind, leicht gebogen sein, um den Händen des Wettkämpfers mehr Platz zu bieten.
Ab 1.1.2006 gilt endgültig der neue Hammergriff.


Regel 192.1 – Hammerschutzgitter

Alle Hammerwürfe müssen aus einer Umzäunung oder einem Schutzgitter heraus ausgeführt werden, um die Sicherheit der Zuschauer, der Offiziellen und der Wettkämpfer zu gewährleisten. Das hier beschriebene Schutzgitter ist vorzusehen, wenn der Wettkampf innerhalb einer Leichtathletikanlage durchgeführt wird und dort gleichzeitig andere Wettbewerbe statt finden oder wenn der Wettkampf außerhalb einer Leichtathletikanlage stattfindet und dabei Zuschauer anwesend sind. Wo das nicht zutrifft, insbesondere auf Trainingsplätzen, kann eine einfachere Konstruktion genügen. Auf entsprechende Anfrage sind dazu Ratschläge von den nationalen Verbänden oder von dem IAAF-Büro erhältlich.

Mit dieser Änderung ist das beschriebene Schutzgitter auch außerhalb der Leichtathletikanlage einzusetzen, wenn Zuschauer dabei sind. Die Sicherheitsanforderungen wurden verschärft.


Regel 192.5 – Hammerschutzgitter

Anmerkung:
Weitere Spezifikationen zum Netz und dem Verfahren der Sicherheitsinspektion sind in dem »IAAF Track and Field Facilities Manuel« enthalten.  
Wie beim Diskusschutzgitter wird auch hier bzgl. der Inspektion und Sicherheitsprüfung auf das IAAF Track and Field Facilities Manuel Bezug genommen.


Regel 193.3 – Speer

Konstruktion
Die Schaftoberfläche darf keine Vertiefungen, Unebenheiten, Rillen, Erhebungen, Löcher oder raue Stellen aufweisen. Sie muss glatt (siehe Regel 188.4) und durchgehend gleichmäßig sein.
Mit dieser Ergänzung wird die Oberflächenbeschaffenheit beschrieben. Die mittlere Oberflächenrauheit soll wie bei der Kugel kleiner 1,6 µm sein, was der Rauheitsklasse N7 entspricht.

Kommen wir nun zuletzt zu den Abschnitten 7,8 und 9: Gehwettbewerbe, Straßenläufe und Crossläufe.


Regel 230.9e, 240.9 – Straßengehen, -lauf

Ein Läufer, der Erfrischung/Verpflegung an einem anderen als der dafür bestimmten Station aufnimmt, setzt sich selbst der Disqualifikation aus.

Hiermit wurde klargestellt, dass es um das Entgegennehmen der Erfrischung oder Verpflegung geht und nicht wo er es konsumiert.


Regel
240.6 – Straßenlauf
250.5 - Crosslauf

Ist der Schiedsrichter aufgrund des Berichtes eines Kampfrichters, Laufrichters oder auf andere Weise darüber informiert worden, dass ein Läufer die vermessene Strecke verlassen und dabei die zurückzulegende Laufstrecke verkürzt hat, muss er ihn disqualifizieren.

Scheinbar war die Sanktion bisher nicht festgelegt.


Regel 250.9 – Bergläufe

Für internationale Läufe werden folgende ungefähre Streckenlängen und Gesamtsteigungen empfohlen:

Überwiegend aufwärts

Männer: Länge 12 km - Steigung 1200 m
Frauen: Länge 8 km - Steigung 800 m
Junioren: Länge 8 km - Steigung 800 m
Juniorinnen: Länge 4 km - Steigung 400 m

Start und Ziel auf gleicher Höhe

Männer: Länge 12 km - Steigung 750 m
Frauen: Länge 8 km - Steigung 500 m
Junioren: Länge 8 km - Steigung 500 m
Juniorinnen: 4 km - Steigungen 250 m



Regel 260.10 – Weltrekorde

Die Leistung muss den geltenden Weltrekord, der von IAAF anerkannt ist, übertreffen oder mit diesem gleich sein. Egalisiert die Leistung einen Rekord, hat sie denselben Status wie der ursprüngliche Rekord.

Eine Einstellung des Rekords erhält damit den gleichen Status wie ein neuer.


Regel 260.11 – Weltrekorde

Erzielte Leistungen in Vorläufen, in Qualifikationen, in Stichkämpfen, in irgendeinem Wettkampf, der gemäß Regel 125.5 hinterher für ungültig erklärt worden ist oder in einzelnen Disziplinen des Mehrkampfs, unabhängig davon, ob der Wettkämpfer den gesamten Mehrkampf beendet hat oder nicht, können zur Anerkennung eines Rekords eingereicht werden.


Regel 261, 262 – Wettbewerbe, in denen Weltrekorde geführt werden

Anmerkung:
Zeiten die durch ein Transpondersystem in Straßenwettbewerben festgestellt worden sind, werden nicht als Rekord anerkannt.

So das war’s dann. Alles wird in dieser oder ähnlicher Form, jedoch ohne Kommentar in der neuen IWR zu finden sein.
Ich hoffe das Informationsbedürfnis der Kampfrichter ist zumindest ansatzweise befriedigt und in den Kampfrichterschulungen ist für Gesprächsstoff gesorgt.

Peter Seiboth
BLV-Kampfrichterwart


 
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