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Montag 30. Januar 2006  ::  12:29

Trainerpreis des Jahres 2005 für Elisabeth Päßler

Für ihre vorbildlichen Leistungen sind in der letzten Woche acht Trainerinnen und Trainer vom Landessportverband Baden-Württemberg (LSV) mit dem von der Gmünder ErsatzKasse GEK gestifteten LSV-GEK-Trainerpreis des Jahres 2005 ausgezeichnet worden. Der mit insgesamt mit 7500 Euro dotierte Preis wurde im SpOrt Stuttgart in Stuttgart-Bad Cannstatt von LSV-Präsident Anton Häffner, dem GEK-Sportkoordinator Manfred Pawlita und Ministerialdirigent Dr. Eckhart Seifert aus dem Kultusministerium überreicht. Der Preis wird bereits seit zehn Jahren verliehen.

„Mit dieser Auszeichnung wird neben den nationalen und internationalen Erfolgen junger Nachwuchssportler auch die pädagogische Betreuung durch qualifizierte und verantwortungsvolle Trainerinnen und Trainer hervorgehoben“, so der Präsident des Landessportverbandes Baden-Württemberg (LSV), Anton Häffner. Damit auch in Zukunft qualifizierte und motivierte Trainer zur Verfügung stünden, sei es notwendig, das Image der Trainer durch öffentliche Anerkennung nachhaltig zu verbessern, so Häffner weiter.

In der zehnjährigen Partnerschaft zwischen der Gmünder ErsatzKasse und dem Landessportverband Baden-Württemberg wurden bisher 139 Trainerinnen und Trainer mit dem LSV-GEK-Trainerpreis ausgezeichnet. Der Sportkoordinator der Gmünder ErsatzKasse GEK, Manfred Pawlita, ging auf die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Trainerberufs ein: „Trainer müssen viel mehr können als die reine Leistungskraft zu entwickeln. Sie sind Ansprechpartner in allen Lebenslagen und stellen oftmals sogar eine Art Vater- oder Mutter-Ersatz dar. Sie sind Pädagoge, Psychologe, Motivationsquelle, Kumpel und Erzieher - alles in einer Person.“ Die Kooperation mit den Sportvereinen diene dazu, die Position der GEK zu stärken. Denn im Verein hätten die Menschen die Chance zum gesunden Sporttreiben bei qualifizierter Betreuung durch ausgebildete Trainer. Deshalb werde die GEK auch im nächsten Jahr den Trainerpreis finanziell unterstützen.

Ministerialdirigent Dr. Eckhard Seifert stellte die Fördersummen des Landes für den Leistungssport heraus: „In Baden-Württemberg setzen wir auf qualifizierte Trainer. Von den 13 Millionen Euro, die für den Leistungssport zur Verfügung stehen, werden 5,5 Millionen für Personalkosten verwendet. Damit befinden wir uns im Ländervergleich in der Spitzengruppe.“

Der Vorsitzende der Trainerpreisjury, der ehemalige DLV-Präsident Prof. Dr. Helmut Digel, sprach während der feierlichen Übergabe der Preise von einem Trainerproblem in Deutschland: „Das Berufsbild der Trainer ist unklar, ihre quasi-beruflichen Tätigkeiten sind äußerst riskant, die Honorierung der erbrachten Leistung ist nicht selten ungerecht und die Zukunft dieses Berufes ist höchst ungesichert. Dabei ist der Trainer das unverzichtbare Fundament sportlicher Höchstleistungen.“

Digel bezeichnete den Trainer als bedeutsamste Funktionsrolle im System des Hochleistungssports. Trotzdem sei die Situation des Trainerberufes in Deutschland äußerst kritisch geworden: „In nahezu allen olympischen Sportverbänden existiert ein Trainerproblem, dessen Lösung dringend geworden ist. Der deutsche Sport ist in Bezug auf den Trainerberuf in eine Krise geraten.“ Der Leiter des Instituts für Sportwissenschaften an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen plädierte für eine bessere Anerkennung des Trainerberufs in der Öffentlichkeit: „Dieser Beruf kann attraktiv, interessant und schön sein. Dazu bedarf es jedoch eines neuen Berufsbildes und der Beruf des Trainers benötigt auch ein neues Image in Deutschland. Daran sollten wir gemeinsam arbeiten. Deshalb muss zu allererst und vor allem begriffen werden, dass das Problem zunächst vorrangig und grundlegend über neue finanzielle Investitionen zu bearbeiten ist. Es müssen Mittel bereitgestellt werden, die dezidiert zu Gunsten der Trainer bewirtschaftet werden dürfen. Es muss zu einer Umverteilung der Mittel im System des Hochleistungssports kommen. Es muss eine Selbstverständlichkeit werden, dass die Leistungen der Trainer in vergleichbarer Weise angemessen honoriert werden, wie dies für Athleten, Manager, Funktionäre und weitere Beteiligte im System des Hochleistungssports die Regel ist.“ Als vorbildlich bezeichnete Digel den LSV-GEK-Trainerpreis.

Der in Deutschland einmalige Preis wird in Baden-Württemberg bereits seit zehn Jahren verliehen und trägt dazu bei, den Trainerberuf stärker in die Öffentlichkeit zu transportieren.
Der Jury lagen beim Jubiläumstrainerpreis Bewerbungen von 76 Personen aus 33 verschiedenen Sportarten vor. Die Qualifikationen reichten dabei von der Übungsleiterlizenz bis zum Trainerdiplom. Der jüngste Bewerber war 19 Jahre, der älteste 67. Die Jury legte besonderen Wert auf das über den „eigentlichen Job“ hinausgehende persönliche Engagement. Berücksichtigt wurden darüber hinaus Kooperationsbereitschaft mit Partnern wie Lehrer und Eltern, Eigeninitiative und Einfühlungsvermögen. Die ausgewählten Trainerinnen und Trainern haben es verstanden, ein günstiges Umfeld für begabte Kinder und Jugendliche zu schaffen.
LSV


 
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